Die Berliner Schulen sind laut Bildungsverwaltung zum neuen Schuljahr ausreichend mit Personal ausgestattet. Aus einer Schnellabfrage der Schulen gehe hervor, dass derzeit sogar 134 Lehrer zu viel unterrichten. Das entspreche einer durchschnittlichen Personalausstattung von 100,6 Prozent.

Trotzdem seien noch Einstellungsverfahren im Gange. Neben 40 noch nicht besetzten Vollzeitstellen würden derzeit auch noch befristete Einstellungen vorgenommen, für Lehrer die nach den Ferien überraschend durch Unfälle, Krankheiten oder andere nicht planbare Situationen ausgefallen seien. Dauerkrank seien zurzeit 1051 Lehrkräfte gemeldet, 600 weniger als noch im November.

Für Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ist damit der Start ins neue Schuljahr „erfreulich gut gelungen“. Dass es in Einzelfällen zu krankheitsbedingten Ausfällen kommen kann, sei allerdings nicht immer zu vermeiden, so die Senatorin.

Engpässe bei Lehrern gebe es an Randbezirken

Das sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) anders. Sie fordert eine Vertretungsreserve von zehn Prozent an den Schulen. Bei einer hundertprozentigen Ausstattung müsse es zwangsläufig zu Ausfällen bei Krankheit kommen, sagt Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW Berlin. Das schade der Gesundheit der Kollegen und gehe zu Lasten der Schüler. Häufig würden Stunden für Sprachförderung oder Teilungsstunden dann als Vertretungsstunden genutzt. Engpässe gebe es nach einer Abfrage der Gewerkschaft bei Fachkräften für Integration.

Der Durchschnittswert besage wenig über die Ausstattung der einzelnen Schulen. Gerade in Randbezirken seien erfahrungsgemäß häufig zu wenige Lehrer an Bord, sagt Dieter Haase vom Gesamtpersonalrat.

flo