„lekker Energie-Cup“

Diese Berlinerin hat den Ball nie aus der Hand gegeben

Birgit Refle gründete vor 36 Jahren das größte Hallenhandballturnier Deutschlands, das an diesem Wochenende wieder in Reinickendorf stattfindet. Mehr als 2000 Jugendliche treten in 450 Spielen an.

Foto: Reto Klar

Eigentlich sind die Hamburger schuld. Birgit Refle überlegt einen Moment. Wie war das noch einmal vor 36 Jahren, als sie das erste Turnier organisiert hat? Sie habe schon studiert, rechnet sie nach, Biologie und Sport auf Lehramt an der FU Berlin. Und nebenbei drei Jugendmannschaften bei den Reinickendorfer Füchsen trainiert.

Eines Tages sei ein Anruf von einem Hamburger Handballverein gekommen. „Sie wollten sich Berlin ansehen und uns besuchen“, erinnert sich die 59-Jährige. Daraufhin habe sie spontan gesagt: „Na, dann organisieren wir doch gleich ein Turnier für euch.“

So fing es an. Klein und spontan. Mit etwa 20 Mädchenmannschaften und Wettkämpfen in vier Sporthallen am Senftenberger Ring. Jahr für Jahr wurde das Turnier größer und bekannter. Am Wochenende ist es wieder soweit. Zwei Tage lange, am 31. August und am 1. September, treffen sich mehr als 2000 Jungen und Mädchen in Reinickendorf zum mittlerweile größten Hallenhandballjugendturnier Deutschlands, dem „lekker Energie-Cup“.

172 Mannschaften treten in 450 Spielen gegeneinander an

Insgesamt 172 Mannschaften treffen in 450 Spielen aufeinander. Sie kommen aus dem Leistungssport und aus dem Breitensport und werden in 16 Hallen spielen. Die weiteste Anfahrt haben Mannschaften aus Kroatien und aus Österreich. Ansonsten sind fast alle Bundesländer vertreten.

Es ist das 36. Turnier, das Birgit Refle organisiert. Ehrenamtlich, neben ihrer Arbeit zunächst als Lehrerin, jetzt als stellvertretende Schulleiterin. Als Kind fing sie mit Turnen an und entschied sich dann mit 14 Jahren für Handball. Viermal in der Woche trainierte sie im Verein bei den Reinickendorfer Füchsen.

Sie schaffte es mit der Mannschaft bis in die Bundesliga, ein dritter Platz war der größte Erfolg. Mit der Geburt des ersten Kindes beendete sie ihre aktive Laufbahn, im Vorstand des Vereins blieb sie. Den Trainerschein hatte sie da schon lange in der Tasche.

150 Kilogramm Schokolade für die Spieler gespendet

260 Helfer sorgen am Wochenende für einen reibungslosen Ablauf des Turniers. Die meisten sind Mitglieder im Verein. „Das stärkt auch unser Gemeinschaftsgefühl“, sagt Birgit Refle. Große Pannen habe es bislang nie gegeben, erzählt sie.

Es sei zwar vorgekommen, dass eine Halle verschlossen war, weil der Hallenwart fehlte. Und in einer Sportstätte hätte es so sehr durch das Dach geregnet, dass das Spiel ständig unterbrochen werden musste, um die Pfützen aufzuwischen. Eine Überraschung seien auch die 150 Kilogramm Schokolade für die Spieler gewesen, spontan gespendet.

Wenn das Turnier-Wochenende da ist, ist die meiste Arbeit getan. Dann fährt Birgit Refle nur noch zwischen den Hallen hin und her und kontrolliert, ob alles klappt. Bis zu 300 Kilometer waren das schon. Wenn sie die strahlenden Gesichter am Ende der zwei Tage sieht, dann weiß sie, dass sie auch das 37. Hallenhandballturnier organisieren wird.

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