Mitten in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs hat die Regierung in Berlin den Bürgern wieder Einblick in ihre Machtzentrale gewährt. Zum 15. Tag der offenen Tür kamen am Sonnabend bei viel Sonne zahlreiche Menschen, um das Kanzleramt, das Bundespresseamt und die Ministerien zu besuchen und nahmen dafür teilweise Wartezeiten von bis zu drei Stunden in Kauf.
Die Veranstaltungen unter dem Motto „Einladung zum Staatsbesuch“ sollen noch bis Sonntagabend laufen.
Wie immer zog insbesondere das Bundeskanzleramt die Menschen an. Es bildete sich eine lange Schlange von interessierten Bürgern. Wer drinnen war, konnte etwa die Galerie der Kanzler-Porträts, die großen Konferenzräume oder einen im Garten platzierten Hubschrauber der Bundespolizei bestaunen.
Zu den Höhepunkten der zweitägigen Veranstaltung zählt der für Sonntag geplante Rundgang mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Aber auch zehn Minister wollten selbst ihre Häuser zeigen und rollten dafür den roten Teppich aus.
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) etwa dankte bei der Gelegenheit Fluthelfern für ihren Einsatz bei der diesjährigen Katastrophe und überreichte ihnen Medaillen. Er sagte, es sei schön gewesen, zu sehen, was die Leute interessiere. „Sonst sehe ich ja immer nur, was die Journalisten interessiert, und das muss ja nicht immer deckungsgleich sein.“
Bürger spielen Journalisten
Im Gebäude der Bundespressekonferenz (BPK) konnten Bürger Journalisten spielen und den versammelten Ministeriums- und Regierungssprechern Fragen stellen. Ein Sprecher der BPK sagte: „So voll wie heute ist der Saal eigentlich nur, wenn die Kanzlerin da ist, ein Koalitionsvertrag unterschrieben oder eine rechtsextremistische Mordserie publik wird.“
Dann ging es los mit Fragen: vom NSA-Ausspähskandal über die Berufsbilder Journalist und Sprecher bis hin zu Syrien. Vor allem interessierten sich viele aber für die Arbeitsweise der Bundespressekonferenz, in der die meisten Hauptstadtkorrespondenten organisiert sind.
Bis zum Sonntagabend wird beim Tag der offenen Tür mit mehr als 125.000 Besuchern gerechnet. So viele waren 2012 gekommen – in den Vorjahren waren es teils noch deutlich mehr gewesen.

















