Rund 30 Tierfreunde – davon zwei in Bärenkostümen – haben am Freitagvormittag friedlich vor dem Bärenzwinger am Köllnischen Park in Berlin-Mitte ein Banner entrollt. Es ist bedruckt mit den Unterschriften von mehr als 23.000 Menschen aus Berlin, Deutschland, aber auch Spanien, Frankreich und den USA, die online für einen Umzug der beiden Stadtbären in einen Bärenpark votiert haben. Das Motto lautete sogar: „Lasst die Bären frei“.

„Wir wollen mit der Aktion demonstrieren, wie groß das Interesse ist, die Bären endlich abzugeben“, erklärt Stefan Klippstein vom Bärenbündnis, in dem sich verschiedene Tierschutzorganisationen zusammengefunden haben. Im Anschluss wollen die Aktivisten dem zuständigen Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) die Unterschriftenrolle übergeben. „Wir hatten schriftlich angefragt, aber leider keinen Termin bei ihm bekommen. Nun fahren wir trotzdem ins Rathaus und geben die Rolle ab“, erklärte Klippstein.

Er zeigt sich zuversichtlich, dass die Tage der beiden Stadtbärinnen Maxi und Schnute im relativ kleinen Bärenzwinger mitten in der Stadt gezählt sind. Denn das Bezirksamt Mitte hat sich nach jahrelangen Protesten bereit erklärt, die zwei Säugetiere nach ihrer Winterruhe von drei Gutachtern untersuchen zu lassen. Zu dem Team gehören der bezirkseigenen Veterinär sowie ein Wildtierspezialist und ein Tierarzt, der mit „Vier Pfoten“ zusammenarbeitet – einer Tierschutzorganisation, die auch den Bärenwald Müritz in Mecklenburg-Vorpommern betreibt und Maxi und Schnute aufnehmen möchte.

Weitere Aktionen werden angekündigt

Die Fachleute sollen feststellen, ob die Bären überhaupt reisetauglich sind, wie ihr allgemeiner gesundheitlicher Zustand ist und ob die Tiere sich noch umgewöhnen können. Immerhin sind sie schon 27 und 31 Jahre alt und haben bislang nur in dem etwa 450 Quadratmeter kleinen Bärenzwinger gelebt. Die Tierschützer sagen, die Bären seien verhaltensgestört und ihre Unterbringung nicht artgerecht.

„Ende April soll das Gutachten kommen“, sagte Klippstein. Sind die Tiere gesund und reisetauglich, könnte die Bezirksverordneten ihren Umzug bereits im Mai beschließen. „Wir sind guter Dinge, denn inzwischen laufen Gespräche mit beiden Bärenparks, die die Bären aufnehmen wollen. So weit waren wir noch nie“, sagt Klippstein. Der zweite ist der Wildpark Johannismühle in Brandenburg. Er ist 1,6 Hektar groß ist. Dort könnten die Tiere klettern und baden, schwimmen und jagen, was ihnen im Berliner Zwinger verwehrt sei.

Klippstein kündigt weitere Aktionen an. „Wir geben erst Ruhe, wenn die Bären ausgezogen sind und der Zwinger endlich leer steht. Nur wenn die Tiere krank wären und nicht reisen könnten, dann würden wir das natürlich nicht erzwingen.“