Mit einer zentralen Gedenkveranstaltung haben Bundesregierung und Berliner Senat am Dienstag an den Beginn des Berliner Mauerbaus am 13. August 1961 erinnert. Nach einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße legten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) in der Mauer-Gedenkstätte Kränze für die Opfer des SED-Grenzregimes nieder. An der Feier nahmen unter anderem mehr als 100 Schüler aus Berlin und Brandenburg teil.

Kulturstaatsminister Neumann hatte bereits am Vorabend erklärt, die Erinnerung an die deutsche Teilung verdeutliche besonders jungen Menschen, dass „eine Diktatur, wie die DDR es war“, die fundamentalen Freiheitsrechte seiner Bürger mit Füßen trete. Der Regierende Bürgermeister erinnerte an die zahlreichen politischen Gefangenen, denen in Bautzen, Hohenschönhausen oder an einem der anderen Ort des Schreckens Unrecht angetan wurde, weil sie frei sein wollten.

Merkel gibt Geschichtsstunde in Berliner Gymnasium

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beging den Tag mit einer Geschichtsstunde zum 13. August 1961 in einer 12. Klasse im Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Berlin. Die DDR-Opferhilfe forderte eine bessere politische Bildung für Jugendliche. Das sei das beste Mittel gegen Ostalgie, erklärte der Vorsitzende Ronald Lässig. Gerade die jungen Menschen müssten erfahren, dass bis vor rund 20 Jahren noch eine Diktatur in Deutschland existierte.

In Brandenburg gedachten Ministerpräsident Matthias Platzeck und Innenminister Dietmar Woidke (beide SPD) gemeinsam mit der Diktaturbeauftragten Ulrike Poppe an der Glienicker Brücke in Potsdam des Mauerbaus. Die politische Spaltung Deutschlands und Europas sei mit der Grenzschließung vor 52 Jahren im Wortsinn zementiert worden, sagte Platzeck: „Mit dem Mauerbau zeigte die DDR aller Welt, dass sie keine offene Gesellschaft sein wollte.“

Am 13. August 1961 schloss die DDR die Grenze nach West-Berlin und begann mit dem Bau der Berliner Mauer. Bis zu ihrem Fall am 9. November 1989 starben über 1000 Menschen an der innerdeutschen Grenze, davon allein 136 in Berlin. Letztes Mauer-Opfer in Berlin war Chris Gueffroy, der am 5. Februar 1989 bei einem Fluchtversuch erschossen wurde.