Konzerte

Veranstalter von Tempelhofer Festival zieht positive Bilanz

Laut Veranstalter der Konzerte von „Die Toten Hosen“ und „Die Ärzte“ hat der Anwohnerschutz rund um das Tempelhofer Feld gewirkt. Ein Verkehrschaos und Lärm seien erfolgreich vermieden worden.

Foto: Matthias Balk / dpa

Das Konzertwochenende mit den Bands Toten Hosen und Ärzte auf dem Tempelhofer Feld ist aus Sicht der Tempelhof Projekt GmbH ein großer Erfolg gewesen. Die Veranstaltung mit insgesamt rund 120.000 Besuchern sei friedlich verlaufen, sagte der Geschäftsführer Gerhard W. Steindorf am Montag. Es habe sich gezeigt, „dass der Flughafen Tempelhof perfekt für solche Events geeignet ist“.

Auch das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ist zufrieden mit dem Verlauf der Großveranstaltung. Der Stadtrat für Ordnung und Bürgerdienste, Oliver Schworck (SPD), bescheinigte dem Veranstalter Loft Concerts eine perfekte Organisation. „Das befürchtete Verkehrschaos blieb aus, weil die meisten Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisten“, so der Stadtrat. Die Konzertbesucher hätten sich auf dem Weg zum Tempelhofer Feld und auf dem Rückweg „respektvoll und ruhig gegenüber den Anwohnern gezeigt“.

Im Vorfeld hatten Amt und Anwohner befürchtet, dass viele Autofahrer versuchen würden, ihr Fahrzeug während der Konzerte in der benachbarten Gartenstadt Neu-Tempelhof zu parken. Das hatte bei früheren Veranstaltungen dazu geführt, dass Rettungsfahrzeuge nicht mehr in die Siedlung gelangen konnten. Deshalb war im Vorfeld der Auftritte von Ärzten und Toten Hosen die Gartenstadt für den Durchgangsverkehr abgeriegelt worden. Der Veranstalter hatte in Abstimmung mit dem Bezirksamt und der Polizei eine Anwohnerschutzzone eingerichtet. Das Wohnviertel war vom Tempelhofer Damm aus nicht mit dem Auto erreichbar. Ein Sicherheitsdienst kontrollierte die Zufahrten an kleineren Straßen und ließ Ortsfremde nicht in das Viertel fahren. „Der Anwohnerschutz hat gewirkt“, sagte Stadrat Schworck. Es habe sich gezeigt, „dass mit Rücksicht auf das Umfeld auch solche Events durchgeführt werden konnten“.

Gemischte Reaktionen

Anwohner Andreas Wolf bestätigte die Bilanz der Behörde. „Man hat in der Siedlung nichts von der Musik gehört“, sagte der Hausmann am Montag. „Ich war regelrecht enttäuscht.“ Die Absperrung für den Durchgangsverkehr habe funktioniert. „Das kann man auf jeden Fall wieder so machen – von mir aus kann es jeden Monat ein solches Konzert geben.“

Anders dagegen die Erfahrungen von Yvonne A. Die junge Mutter konnte an beiden Abenden das Konzert live miterleben: „Gezwungenermaßen“, sagt die 30-Jährige. Sie wünsche sich für weitere Konzertveranstaltungen auf dem Tempelhofer Feld einen „deutlich besseren Schallschutz“, so die Mutter einer zweijährigen Tochter. Für die Punk-Events war auf dem Rollfeld vor dem Flughafengebäude für drei Tage eine komplette Konzertinfrastruktur aufgebaut worden.

Im Herbst ist ein weiteres Musikevent auf dem einstigen Flughafen angekündigt. Am 9. und 10. November 2013 finden die Berlin Music Days statt, ein Klub- und Kulturfestival der elektronischen Musik.