Weil sie die Deutsche Bahn um etwa 409.000 Euro geprellt haben sollen, müssen sich seit Montag zwei 21 und 33 Jahre alte Männer in Berlin vor Gericht verantworten.
Ihnen wird vorgeworfen, zwischen dem 19. Juni und dem 27. November 2012 mehr als 2300 Betrugstaten begangen haben.
Den Ermittlungen zufolge wurden von dem Angeklagten Ramazan K. in einem Internetcafé in Tiergarten über das Online-Buchungsportal der Deutschen Bahn hochwertige Fahrkarten gebucht. Dabei bediente sich der Täter fremder, illegal erworbener Kreditkartendatensätze.
Die auf diese Weise erlangten Online-Tickets wurden anschließend über Internetreiseportale zu einem erheblich günstigeren Preis veräußert. Sie hätten pauschal und unabhängig von der Strecke 60 Euro für eine Hin- und Rückfahrt 2. Klasse verlangt, für eine Bahn-Reise in der 1. Klasse jeweils 80 Euro, gab der 21-Jährige zu. Ihn habe es „sehr gereizt, mit ein paar Klicks viel Kohle zu verdienen“.
Kunden überwiesen die Geldbeträge dann auf Bankkonten. Der Angeklagte Timo H. hob das Geld ab.
Nach monatelangen Ermittlungen war der jüngere Angeklagte im November 2012 festgenommen worden. Damals ging die Polizei zunächst von 31 Fällen aus. Der ältere Komplize wurde im Februar 2013 verhaftet.
Bei Geständnis mildere Strafen
Nach Angaben ihrer Verteidiger sollen die Angeklagten bei ihren Betrügereien einen Reingewinn von etwa 70.000 Euro erzielt und dieses geteilt haben – indem Timo H. seinem Mittäter Ramazan K. das Geld zusandte. Die ahnungslosen Kreditkartenbesitzer, deren Konten für die Betrügereien missbraucht wurden, haben ihr Geld von den jeweiligen Kreditinstituten inzwischen zurückerhalten. Für den entstandenen Schaden werden letztlich aber die Angeklagten aufkommen müssen.
Timo H. und Ramazan K. haben die Vorwürfe größtenteils eingeräumt. Kennengelernt hatten sich die beiden über eine Internetplattform, die sich mit geplanten Betrügereien beschäftigt. Getroffen hatten sie sich nur einmal.
Die Prozessbeteiligten hatten schon zu Beginn des Prozess vereinbart, dass bei Geständnissen Strafen von drei Jahren und sechs Monaten für Timo H. und drei Jahren und drei Monaten für Ramazan K. zu erwarten seien.
Da Ramazan K. zur Tatzeit noch Heranwachsender war, wird der Prozess vor einer Moabiter Jugendstrafkammer geführt. Mit dem Urteil wird am 8. August 2013 gerechnet.
mim/dpa


