Rund 80 Teilnehmer haben am Donnerstagabend beim ersten Zukunftsdialog des Fördervereins der Hauptstadtzoos leidenschaftlich über den Berliner Tierpark debattiert. Gesammelt wurden Vorschläge, die den Service auf dem 160 Hektar großen Gelände verbessern könnten.

Nicht dabei waren die Vorstandsmitglieder von Zoo und Tierpark, Bernhard Blaszkiewitz – er hielt sich in Russland auf – und Gabriele Thöne: Sie hatte Ende Juli ihren Rückzug bekannt gegeben. So konnte Thomas Ziolko, der Vorsitzendes des Fördervereins, lediglich ein Grußwort der künftigen Ex-Chefin verlesen.

Dann prasselte es Wortmeldungen. So wünschte sich der erste Sprecher, „die Stimmen der Tiere besser erleben zu können“ – sei es als CD oder auch auf andere Art. Erziehungserprobte forderten, für Kinder an den langen Wegen Spielgeräte aufzubauen, andere gaben das Stichwort „Barfußwege“.

Zahlreiche Wortbeiträge drehten sich um die Eintrittspreise: Da der Tierpark defizitär ist, soll es im kommenden Jahr eine Erhöhung geben. Derzeit zahlt ein Erwachsener zwölf Euro, mit Kindern 20 Euro. „Das ist für viele zu teuer, denn man gibt noch Geld für Essen und Getränke aus“, sagte eine Dame mit grauem Haar. Sie regte Urlaubstarife für Familien an und wurde vom Lichtenberger CDU-Abgeordneten Danny Freymark unterstützt, der monierte, dass „man die Eintrittskarten immer noch nicht online ausdrucken kann“.

Namen für die Patentiere

Andere dachten ebenso praktisch und wiesen darauf hin, dass im Tierpark unter den rund eine Million Besuchern durchaus englischsprachige herauszuhören seien und folglich die Beschilderung mehrsprachig sein sollte. Ebenso wurde eine Stundentafel gewünscht, auf der abzulesen sei, wann wo welche Tiere gefüttert werden oder besondere Pflege erfahren. Einer ergänzte den Strauß an Ideen sogar um „Plauderstunden mit den Tierpflegern, Kuratoren und mit dem Direktor, bei denen gerne ein Gläschen gereicht“ werden könne.

Ziolko notierte aufmerksam alle Vorschläge – darunter jenen, allen Patentieren einen Namen geben zu dürfen. „Gab es alles schon bei Dathe“, kommentierte eine Besucherin. Der Tierpark-Begründer und Direktor Heinrich Dathe war Anfang der 90er-Jahre von Blaszkiewitz abgelöst worden. Dieser Satz fiel so oft wie jener des Lichtenberger BVV-Vorstehers Rainer Bosse: „Vor zwei Jahren wurde ein Masterplan für den Tierpark vorgestellt. Seitdem ist nichts passiert.“ In der Hoffnung, das zu ändern, will Ziolko das Protokoll nun der Geschäftsführung geben – also Blaszkiewitz.