Zum neuen Schuljahr, das am Montag beginnt, ist die Zahl der Berliner Schüler erstmals seit 1997 wieder deutlich angestiegen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte am Donnerstag, dass an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen der Hauptstadt 2013/14 etwa 3800 Kinder mehr lernen werden als im vergangenen Schuljahr. Bis 2017 wird mit einem Schülerzuwachs von fünf Prozent gerechnet.
Rund 373.000 Schüler müssen am Montag in Berlin nach sechs Wochen Ferien wieder in den Unterricht. Dazu kommen eine Woche später 29.690 Erstklässler, die am 10. August eingeschult werden. Die Schulen sind aus Sicht der Senatorin dafür gut gerüstet. Auch die Zahl der Lehrer ist im Vergleich zum vergangenen Schuljahr gestiegen – um rund 270 auf 26.480. „Zum Schuljahresbeginn sind 1370 neue Lehrkräfte an Bord“, sagte Scheeres. Gebraucht würden 1439, mit 70 Bewerbern liefen noch Gespräche.
Weniger dauerkranke Lehrer
Gestiegen ist darüber hinaus die Zahl der Erzieher. Im neuen Schuljahr werden insgesamt 5083 dieser Fachkräfte an den Berliner Schulen tätig sein, etwa 200 mehr als im Schuljahr 2012/13. Hinzu kommen noch 1884 Erzieherstellen von privaten Trägern. Rückläufig ist außerdem die Zahl der dauerkranken Lehrer. Sie liegt derzeit bei 1096. Zu Beginn des vergangenen Schuljahres waren noch 1448 Pädagogen langzeiterkrankt. Scheeres führt diese Entwicklung auf ein besseres Gesundheitsmanagement an den Schulen zurück.
Die Bildungssenatorin will bis zum Jahr 2017 rund 580 Millionen Euro für Schulbaumaßnahmen ausgeben. Mit dieser Summe, die vom Berliner Abgeordnetenhaus allerdings erst noch bestätigt werden muss, sollen Schulneubauten, aber auch Umbauten und Erweiterungsbauten realisiert werden. Vor allem Bezirke wie Neukölln, Pankow, Reinickendorf, Tempelhof-Schöneberg und Spandau sollen von dieser Investitionsplanung profitieren.
Sanierungsstau in den Bezirken
Die Bezirke begrüßen die vorgesehenen Investitionen. Die Schulstadträtin von Pankow, Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD), sagte am Donnerstag, dass 580 Millionen Euro angesichts der knappen Kassenlage Berlins viel Geld sei. „Ob das reicht, wissen wir aber nicht“, so die SPD-Politikerin. In Neukölln sind in den kommenden Jahren drei Schulneubauten geplant – ein Erweiterungsbau für den Campus Rütli sowie Neubauten für die Clay-Schule und die Leonardo-da-Vinci-Schule. Franziska Giffey (SPD), Schulstadträtin des Bezirks, sagte, dass diese Investitionen dringend notwendig sind. „Die politisch Verantwortlichen sind verpflichtet, diese Aufgabe anzugehen, Schulen haben absolute Priorität“, so die Neuköllner Stadträtin.
Unabhängig von den nötigen Baumaßnahmen besteht an den Neuköllner Schulen allerdings nach wie vor ein Sanierungsstau von rund 100 Millionen Euro. „Das ist fast in jedem Bezirk so“, sagte Giffey. Bildungssenatorin Scheeres verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Bezirke für die kommenden beiden Jahre je 32 Millionen Euro aus dem Schulsanierungsprogramm ihrer Verwaltung erhalten werden. Hinzu kämen noch einmal so viel Mittel, die die Bezirke zweckgebunden für Schulsanierung ausgeben sollen. Weitere 25,7Millionen Euro sollen laut Scheeres in den kommenden zwei Schuljahren in 16 sogenannte Modulgebäude fließen, mit denen bestehende Berliner Schulstandorte erweitert werden.





