Rund ein halbes Jahr nach seiner nächtlichen Crashtour mit einem gestohlenen BVG-Bus ist ein 16-Jähriger von einem Berliner Gericht zu 30 Stunden Freizeitarbeit und einen Verkehrserziehungskurs verurteilt worden. Wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Führerschein, unbefugtes Benutzen eines Kraftfahrzeugs und Unfallflucht.
Kevin A. aus Hohenschönhausen soll in dem nicht öffentlichen Prozess gestanden und seine Tat bedauert haben.
Er hatte sich im Dezember 2012 nachts auf den BVG-Betriebshof der BVG an der Indira-Gandhi-Straße in Weißensee geschlichen, dann einen Linienbus gestohlen. Den Schlüssel hatte der Schüler zuvor bei einem Praktikum bei den Verkehrsbetrieben mitgehen lassen.
Als Vorbereitung auf die von der Arbeitsagentur geförderte Ausbildung zur „Fachkraft im Fahrbetrieb“ habe er sich mit den Abläufen auf dem Betriebshof vertraut machen können. Als der Bus kurz vor 23 Uhr vom Hof rollte, schöpfte offenbar auch der Pförtner keinen Verdacht und öffnete die Schranke.
Mehrere Kilometer blieb die illegale Spazierfahrt unfallfrei
Mehrere Kilometer von Alt-Hohenschönhausen bis nach Lichtenberg blieb die illegale Spazierfahrt des Jugendlichen erst einmal unfallfrei. Doch an der Plauener Straße kollidierte der Bus mit einem geparkten Nissan. Wenige Hundert Meter hinter der ersten Unfallstelle krachte es erneut. Der 16-Jährige rammte mit dem Linienbus auf dem Arendsweg Höhe Sollstedter Straße einen stehenden VW.
Von diesen Missgeschicken offensichtlich wenig beeindruckt setzte Kevin A. die Fahrt fort und bog vom Arendsweg nach links in die Landsberger Allee ein. Dort prallte er mit dem linken Teil der Busfront gegen eine Ampel. Dennoch gab Kevin A. weiter Gas.
Kurz darauf stoppten alarmierte Polizisten an der Rhinstraße das Fahrzeug, holten den Jugendlichen aus dem Bus und nahmen ihn fest. Glücklicherweise wurde bei den Karambolagen des rund 150.000 Euro teuren Mercedes-Eindeckers vom Typ Citaro niemand verletzt.
Der Schaden betrug insgesamt 24.000 Euro.
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