Deutschlands größter evangelischer Friedhof wird erneut zum Jagdrevier: Auf dem mehr als 200 Hektar großen Südwestkirchhof in Stahnsdorf zwischen Berlin und Potsdam darf ab sofort scharf geschossen werden.

Zur Eindämmung von Wildschäden auf dem Friedhof mit zahlreichen Gräbern prominenter Künstler habe die Jagdbehörde eine Ausnahmegenehmigung bis Ende März 2014 ausgestellt, teilte Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt am Mittwoch mit. Acht Jäger dürfen dort nun Rehe und Wildschweine erlegen, von 8 Uhr abends bis 7 Uhr morgens.

Trotz mühevoller Instandhaltung und vieler Reparaturen der vier Kilometer langen Einfriedung der 1909 eröffneten Begräbnisstätte sei es dem Schwarzwild erneut gelungen einzudringen, auch die Rehe hätten sich massiv vermehrt, sagte Ihlefeldt. „Ricken und Kitze fressen jede Blüte von Grabgebinden und Blütenpflanzen ab, die Böcke wetzen zusätzlich ihr Gehörn an wohlriechenden Gehölzen und richten damit irreparable Schäden an“, sagte der Friedhofsverwalter. Die Wildschweine durchwühlten zusätzlich Grünanlagen und Grabfelder.

Die zugelassenen Hobbyjäger der Region würden nun „ihre Freizeit investieren, um den Wildbestand zu minimieren“, sagte Ihlefeldt. Auch eine groß angelegte Ansitzdrückjagd sei in den kommenden Monaten geplant. Besucher seien deshalb nun aufgefordert, sich an die ausgewiesenen Besucherzeiten für den Friedhof zu halten, „denn nach der Schließzeit wird scharf geschossen“.

Der Südwestkirchhof steht unter Denkmalschutz und ist von April bis September täglich von 7 bis 20 Uhr, von Oktober bis März täglich von 8 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.

EPD/sei