Die Immobilie für die geplante Notunterkunft für Flüchtlinge im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist nach Angaben von Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) vom Bezirk selbst vorgeschlagen worden. Die zuständige Sozial-Stadträtin habe am 22. Mai die ehemalige Schule für die Unterbringung von Asylbewerbern genannt, sagte Czaja am Donnerstag im RBB-Inforadio. Danach sei geprüft worden, wie geeignet das Gebäude sei. Auch dies sei im Einvernehmen mit dem Bezirk erfolgt. Damit wies Czaja Vorwürfe zurück, der Bezirk sei nicht rechtzeitig über die geplante Unterkunft für Asylbewerber unterrichtet worden.

Am Dienstagabend hatte es auf einer Bürgerversammlung massive auch fremdenfeindliche Proteste gegen die Unterbringung von bis zu 400 Asylbewerbern gegeben. „Es gibt in allen Bezirken Widerstand gegen Flüchtlingsheime. Doch der in Hellersdorf war der heftigste, den wir seit geraumer Zeit erlebt haben“, sagte Czaja. Der Informationsabend sei aber stark von extra angereisten rechten und linken Gruppen instrumentalisiert worden. Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) kündigte deshalb an, im August eine Informationsveranstaltung nur für Anwohner durchzuführen.

Deutlich weniger Flüchtlinge als in anderen Bezirken

Laut Czaja sind in Marzahn-Hellersdorf bisher erst 150 Asylbewerber untergebracht, deutlich weniger als in vielen anderen Bezirken. Angesichts des deutlich gestiegenen Zustroms von Flüchtlingen seit zwei Jahren müssten aber alle Bezirke in Berlin zusätzlich Unterkünfte zur Verfügung stellen. Czaja kündigte weitere Informationen für die Anwohner an, um Ängste abzubauen. Dies habe sich an anderen Standorten bewährt. Der Senator lehnte die Unterbringung von Flüchtlingen in Zeltlagern oder Containerstädten am Stadtrand ab, weil dort eine soziale Infrastruktur fehle.

dpa/ap