Extrarunde

Panne – IC der Deutschen Bahn verfährt sich in Berlin

Ein IC hat in Berlin eine Extrarunde gedreht. Der Zug hatte sich verfahren. Die Fahrgäste waren ohnehin schon auf der Ausweichroute nach Berlin gekommen, die seit dem Hochwasser befahren werden muss.

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Ein Intercity der Deutschen Bahn (DB) hat sich am Mittwoch in Berlin verfahren. Der Zug auf dem Weg von Köln zum Hauptbahnhof nahm nach Angaben eines Bahnsprechers versehentlich einen Umweg und verpasste sein Ziel.

Reisende in dem betroffenen IC berichteten von Durchsagen, wonach der Zug auf ein falsches Gleis geschickt worden sei. Wie der Bahnsprecher bestätigte, war tatsächlich eine Fehlleitung Grund der irrtümlichen Fahrt. Statt ins Tiefgeschoss des Hauptbahnhofs sei der Zug versehentlich zum Bahnhof Gesundbrunnen geleitet worden. Dort habe er dann gewendet und sei mit elf Minuten Verspätung am eigentlichen Ziel angekommen.

Wie es zu der Fehlleitung kommen konnte, will die Bahn nun klären. „Natürlich soll so etwas nicht passieren“, so der Sprecher. Bei täglich 30.000 Zugfahrten im Netz der DB komme so etwas aber nur „extrem selten“ vor.

Weil die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und Hannover nach dem Hochwasser noch monatelang gesperrt ist, war der IC über Magdeburg und Braunschweig umgeleitet worden. Damit habe die Panne aber nichts zu tun, hieß es.

Weil die Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Hannover sowie Frankfurt (Main) und dem Großraum Rhein/Ruhr voraussichtlich noch bis zum Jahresende umgeleitet werden, forderte der Berliner Fahrgastverband Igeb am Mittwoch, alle IC und ICE-Züge, die über Magdeburg nach Berlin fahren, zusätzlich an den Bahnhöfen Potsdam und Zoologischer Garten halten zu lassen.

Die geringfügig längere Fahrzeit sei vertretbar, weil viele Reisende im Gegenzug viel kürzere Wege innerhalb Berlins hätten, sagte Igeb-Vize Matthias Gibtner der Berliner Morgenpost. Zugleich forderte er die Bahn auf, vor allem Berufspendler zwischen Berlin, Hannover und Wolfsburg, die nun täglich bis zu zwei Stunden länger unterwegs sind, durch Preisnachlässe auf Zeitkarten zu entschädigen. Die Bahn lehnte Stopps am Bahnhof Zoo und in Potsdam ab. Für die durchfahrenden Reisenden wäre das eine zu große Fahrtzeitverlängerung. Ein Halt am Zoo sei wegen der dichten Zugfolge auf der Ost-West-Trasse ebenfalls nicht machbar.