Nach dem Unfalltod eines weiteren Radfahrers auf Berlins Straßen hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mehr Radwege für die Hauptstadt gefordert. Berlin stelle nicht genügend Geld für den Radverkehr zur Verfügung, sagte ADFC-Sprecher René Filippek am Freitag Am Donnerstag war ein 63 Jahre alter Radfahrer in Berlin-Tempelhof von einem Auto angefahren und tödlich verletzt worden.

Es ist der siebte Radfahrer, der seit Jahresbeginn bei einem Unfall in Berlin ums Leben kam. Radfahren in Berlin wird immer gefährlicher: Schon im Jahr 2012 war die Zahl der tödlichen Fahrradunfälle auf 15 gestiegen. Im Vorjahr waren 11 Menschen bei Radunfällen gestorben.

ADFC will mehr Radspuren

„Grundsätzlich gibt es auch bundesweit ein Problem mit den Bürgersteigradwegen, die ein absoluter Unfallschwerpunkt sind“, sagte Filippek. Gerade rechtsabbiegende Autos und Lastwagen können diese Radwege oftmals nicht einsehen, da sie häufig etwa von Autos verdeckt seien, sagte der Sprecher. Zudem käme es auf diesen Radwegen zu Unfällen mit Passanten oder auch Hunden. Eine Lösung seien Spuren für Radfahrer auf der Fahrbahn, auch in Berlin, wie der Sprecher meint. „Dort werden Radfahrer von Autos und Lastwagen gesehen“, sagte Filippek.

Zum anderen plädierte der Sprecher für mehr Spezialspiegel, durch die Lastwagenfahrer den toten Winkel beim Rechtsabbiegen minimieren könnten. Filippek mahnte zudem bei den Radfahrern im Straßenverkehr größere Vorsicht an. „An Ampeln sollten sich Radfahrer nicht einfach neben die Lastwagen stellen, die dann leicht die Zweiräder übersehen. Sie sollen vor oder hinter dem Fahrzeug stehen, damit der Fahrer sie nicht übersehen kann.“

dpa/ap