Weiße Engel am Fahrbahnrand, mit Flügeln und silbernem Kranz im Haar: Dieser ungewöhnliche Anblick hat sich Autofahrern am Freitagnachmittag auf der Kantstraße in Wilmersdorf geboten. Viele sind irritiert und fahren weiter. Ist denn schon Weihnachten? Doch Aziz Saban sieht das blaue Schild, das die weiß gekleideten jungen Frauen hoch halten – mit dem großen P wie Parkplatz. Er bremst und fährt in die Parklücke, die ihm der „Parkengel“ weist. „Eine gute Idee“, sagt er. Und bekommt von einem der Engel, Nadja Fromm, einen Flyer mit der Aufschrift „Parktag“ in die Hand gedrückt. „Parktag“ ist eine neue App, die freie Parkplätze vermittelt. Entwickelt hat sie Silvan C. Rath von Digital Natives UG, einem jungen Berliner Unternehmen. „Wir sind eine kleine Mannschaft“, sagt Nadja Fromm, die das Marketing macht. „Als Parkengel wollen wir symbolisieren, wie unsere App funktioniert.“

Es gehe um das „Teilen und Buchen von Stellplätzen“, sagt Silvan Rath. Um die Community, die Gemeinschaft derjenigen, die sich diese Anwendung herunterladen. Er erläutert den Idealfall. „Wenn jemand im Café sitzt und bezahlt und weiß, dass sein Parkplatz frei wird, weil er gleich wegfährt, dann teilt er das auf der App mit. Dann kann ein Anderer, der parken möchte, diesen Stellplatz buchen.“ Dies geschehe in Echtzeit. Man sehe auf dem Screen, dass der andere angefahren kommt. Dass sein Auto an der Ampel steht und gleich da sein wird. „Dann kann man eine Übergabe des Parkplatzes machen.“

Wer buchen will, muss sich anmelden

Es sei eine soziale Idee, sagt Nadja Fromm. „Man hilft sich gegenseitig.“ Wer buchen will, muss sich anmelden, zum Beispiel über Facebook. Dass sich mehrere Personen für einen angebotenen Stellplatz bewerben, sei ausgeschlossen. „Wenn man die App nutzt, erhält man Punkte. Wer die meisten Punkte gesammelt hat, bekommt auch zuerst den Parkplatz angeboten.“ Andere, die weniger Punkte haben, „sehen den Stellplatz nicht. Sie bekommen ihn nicht angezeigt.“ Dies sei so programmiert.

In den kommenden Wochen werden die Parkengel immer wieder an Hauptstraßen zu sehen sein. „Damit sich die Idee herumspricht.“ Die App ist zunächst gratis und noch im Aufbau. Zukünftig werde es Werbung geben. ,„Unternehmensziel ist, dass wir mit Parkhäusern kooperieren, und dass die App in Autos installiert wird. An diesen Themen arbeiten wir“, sagt Nadja Fromm.