Beim Baustart für den U-Bahn-Tunnel unter Berlins Mitte ist am Montag alles nach Plan gelaufen. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit. War während der Probebohrung bei der Tunneltaufe am vergangenen Donnerstag noch ein leichtes Beben im Roten Rathaus zu spüren, blieb am Montag alles ruhig.
Der 75 Meter lange Tunnelbohrer mit dem Namen „Bärlinde“ soll ein neues Teilstück der U-Bahn-Linie 5 graben. Sie soll dann von 2019 an den Alexanderplatz mit dem Hauptbahnhof verbinden und führt über das Berliner Rathaus, die Museumsinsel und den Boulevard Unter den Linden.
Der Tunnelbau-Experte Stavros Savidis erwartet auch für die weiteren Arbeiten keine Erschütterungen entlang der Baustrecke. „Erschütterungen und Lärm werden später gedämpft, weil die Arbeiten in großer Tiefe stattfinden“, sagte Savidis, Professor für Grundbau und Bodenmechanik an der Technischen Universität Berlin. Der Tunnel entsteht in bis zu 25 Metern Tiefe.
„Einsturzgefahr besteht nicht“
Verformungen im Erdreich lassen sich laut Savidis aber nicht vermeiden, wenn sich der Bohrer durch das sandige Berliner Erdreich fräst. Die Maschine kann das laut Savidis aber ausgleichen, in dem sie selbst Druck aufbaut. „Der Druck kann, je nach Boden und je nachdem wie hoch der Druck von oben ist, angepasst werden.“ So sacke das Erdreich nicht in die Röhre.
Dass der Bohrer auch an der Oberfläche Wirkung zeige, ist trotzdem möglich. „Setzungsrisse im Putz sind beim Tunnelbau normal. Auch wenn der Druck ausgeglichen wird, kann man das nie hundertprozentig ausschließen. Die Risse sind aber nicht gefährlich. Einsturzgefahr besteht nicht“, sagte der TU-Experte.
In Köln war das Stadtarchiv im Jahr 2009 vermutlich durch eine defekte unterirdische Wand in einer geplanten U-Bahn-Haltestelle eingestürzt.
Erschütterungen und Lärm könne es beim Berliner U-Bahn-Bau höchstens in der Startgrube am Marx-Engels-Forum und den Gruben für die neuen Bahnhöfe „Unter den Linden“ und „Berliner Rathaus“ geben, sagte Savidis. Hier müsse sich der Bohrer durch Beton arbeiten.
dpa/ap





