Zum 35. Mal rollte am Sonnabend der Christopher Street Day durch die Berliner Innenstadt. Tausende Akteure und 50 Wagen unter dem Zeichen des Regenbogens begeisterten etwa 700.000 Zuschauer.
Die Massen hinterließen allerdings auch reichlich Müll. Die Strecke führte vom Kurfürstendamm über Wittenberg- und Nollendorfplatz bis zur Siegessäule. Auf der Route selbst war es bereits am Sonntagmittag relativ sauber. Nur vereinzelt fanden sich Flaschen und anderer Abfall in den Ausläufern des Tiergartens.
Am Lützowplatz in Tiergarten aber türmten sich zu diesem Zeitpunkt direkt neben einer stark frequentierten Bushaltestelle Müllberge. Offenbar handelte es sich um die Hinterlassenschaft dort aufgestellter Buden, die am Sonnabend Essen und Trinken verkauften.
„Wir sind eigentlich gut mit der BSR vernetzt, die sind auch immer bei unserem Umzug mit dabei“, sagt Jens Meyer vom Veranstalter, dem Berliner CSD e.V. „Die Stadtreinigung fährt dann direkt im Anschluss an den Zug los und sammelt den Müll sehr gründlich auf“, sagt Meyer weiter.
„Mit den Ständen auf der Demonstrationsstrecke haben wir aber nichts zu tun. Das überlegen sich wohl ein paar Leute auf eigene Faust“, erläutert er. Die Veranstalter selbst könnten dagegen nichts machen. Genehmigungen für Stände am Rande von Veranstaltungen müssten die Wirtschafts- und Ordnungsämter der Bezirke prüfen.
CSD war in diesem Jahr besonders politisch
Insgesamt war der diesjährige CSD politischer als sonst. Die CDU war aufgrund ihres Zögerns in Sachen steuerlicher Gleichstellung und dem Adoptionsrecht von homosexuellen Paaren im Vorfeld vom CSD e.V. ausgeladen worden. Nur den Schwulen und Lesben in der Union war ein Wagen genehmigt worden.
Um ihren Unmut gegenüber der Haltung der Bundes-CDU auszudrücken, stoppten die Teilnehmer des Zuges vor der CDU-Parteizentrale am Lützowplatz und protestierten mit Pfeifkonzert, Tröten und Vuvuzelas. Der Ausschluss der CDU hatte aber auch parteiübergreifend Kritik ausgelöst. Doch nicht nur die CDU wurde in diesem Jahr aufs Korn genommen. Auch die staatliche Diskriminierung in Russland wurde auf mehreren Umzugswagen und Plakaten thematisiert.
Doch neben der verstärkten Politisierung fiel auch die diesjährige Party größer aus. Zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule wurde am Abend noch lange gefeiert. Anders als etwa im vergangenen Jahr feierten dort auch viel mehr Menschen, bis der CSD dann in zahlreichen Clubs weiterging.





