Seit Freitagabend fahren zwischen Bundesplatz und Südkreuz keine Züge mehr auf dem Berliner S-Bahn-Ring. Die Gleise sind nach 20 Jahren Dauerbetrieb so abgenutzt, dass nun Gleise, Schwellen und Stromschienen erneuert werden müssen.
Voraussichtlich bis 22. Juli 2013 soll die Strecke vollkommen gesperrt sein. Fahrgäste müssen daher die Ersatzbusse am Ausgang Schöneberg, Hildegard-Knef-Platz, nutzen. Laut S-Bahn würden sich die Fahrzeiten nur um wenige Minuten verlängern.
Fünf Stellwände im Bahnhof weisen die Fahrgäste auf den Ersatzverkehr hin. Schilder mit Pfeilen und Aufkleber führen zu den Bussen. Um den Fahrgästen zu helfen, stehen auch zwei Mitarbeiter mit hellen orangenen Jacken an der Haltestelle und beantworten Fragen.
Emilia Babiy findet, dass alles sehr gut organisiert ist. Die Polin wohnt seit zehn Jahren in Tempelhof. Mit Badesachen machen sie und ihre Familie sich gerade auf den Weg zum Schlachtensee. Sie müssen nur wenige Minuten warten, bis der S-Bahn-Ersatzbus kommt.
Ganz anderer Meinung ist Luna Kube. Sie muss von Tempelhof nach Westend, und der schnellste Weg wäre mit der S41. Ein Freund muss sie jetzt mit dem Auto abholen, damit sie nicht verspätet beim Kellnern auftaucht. Die Busse kämen pünktlich, aber es wäre schwierig, die Anschlusszüge der S-Bahn zu bekommen.
Am Montag könnte es vor allem im Berufsverkehr eng in den Bussen werden. Die S-Bahn rät daher, andere Verkehrsmittel zu nutzen: beispielsweise die U-Bahn-Linien 7, 9 und 3, die zwischen Neukölln und Bundesplatz oder Heidelberger Platz fahren.
rm





