Die Berliner Feuerwehr hat den Schwelbrand im Heizkraftwerk Rudow nach rund 20 Stunden gelöscht. „Seit dem späten Montagabend wird kein Wasser mehr eingesetzt“, sagte ein Sprecher am Dienstagmorgen. Eine Brandwache habe in der Nacht weiter aufgepasst, ob neue Glutnester entstehen.
Am Montagmorgen war in dem Heizkraftwerk an der Köpenicker Straße ein Brand ausgebrochen. Kurz darauf griffen die Flammen auf eine angrenzende Siloanlage über.
Die Löscharbeiten dauerten außergewöhnlich lange, weil ein großer Spänebunker nach und nach geleert werden musste. Die Löschkräfte waren mit rund 70 Mann im Einsatz. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Wie es zu dem Brand kam, werde noch untersucht.
Warum es zu dem Großbrand kam, ist nach Angaben der Polizei noch völlig unklar. Um 3.37 Uhr ging bei der Feuerwehr der Alarmruf aus der Köpenicker Straße ein. Zunächst rückten die Einsatzkräfte nur mit 25 Männern aus. Doch schnell war klar, dass sie Verstärkung benötigten. Problematisch war laut Feuerwehr vor allem die extrem starke Verrauchung in der Siloanlage. Dort werden Holzspäne gelagert. Über Transportbänder werden sie zur Brennkammer des Kraftwerks gebracht, wo sie kontrolliert angezündet werden.
Wegen des Brandes hatte jedoch ein Großteil der Holzspäne schon in der Siloanlage angefangen zu glühen. Theoretisch hätte das auf den weiteren Betreib des Kraftwerks keine Auswirkungen gehabt, weil die Holzspäne ohnehin angezündet werden. Es bestand jedoch die Gefahr, dass die Transportbänder durch die glühenden Späne in Brand geraten. Um das zu verhindern, musste die Feuerwehr sämtliche Späne aus der verrauchten Siloanlage holen, ablöschen und dann wieder den Mitarbeitern des Kraftwerks übergeben – ein sehr aufwendiger Vorgang: „Weil es ein geschlossenes System ist, kommen wir nur schlecht ran“, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Nach Angaben einer RWE-Sprecherin wurde der Betrieb des Kraftwerks durch das Feuer nicht beeinträchtigt. Auch schädliche Auswirkungen auf die Umwelt habe es nicht gegeben.
ur/dpa/sei





