Die Sperrung einer Elbbrücke wegen Hochwassers bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt wird weiter den Fernbahnverkehr von und nach Berlin behindern. Es sei nicht abzusehen, wann die Brücke wieder freigegeben werden kann, da auch mit Schäden an dem Bauwerk zu rechnen sei, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Mittwoch.

Wieder zu befahren sei eine bisher gesperrte Elbbrücke in Biederitz bei Magdeburg. Über sie rollen nun die ICE-Züge aus dem Ruhrgebiet über Hannover nach Berlin. Da diese Strecke keine Hochgeschwindigkeitstrasse sei, seien die Züge langsamer und damit etwa eine Stunde länger unterwegs.

Auch auf der Strecke Berlin–Frankfurt/Main gebe es weiter Verzögerungen, so die Sprecherin. Nicht befahren werden kann der Abschnitt Magdeburg–Halle auf der Strecke Magdeburg–Leipzig.

Die Hochwasserlage in Brandenburg bleibt angespannt

Trotz eines leicht sinkenden Wasserstandes der Elbe in der Prignitz bleibt die Hochwasserlage in Brandenburg angespannt. Die Wassermassen drücken bei Wittenberge weiter massiv auf die Deiche. Mit 7,58 Meter war der Pegelstand am Morgen nach Angaben der Koordinierungsstelle im Innenministerium noch deutlich über den Werten der Flut im Sommer 2002 (7,34 Meter). Im Havelland bestimmt vor allem die dramatische Entwicklung in Sachsen-Anhalt das Geschehen. Nach der Überflutung von Fischbeck (Landkreis Stendal) dringt Elbwasser in Richtung Mark.

Davon könnte die Kreisstadt Rathenow an der Havel betroffen sein. Um das westliche Havelland vor den Fluten zu schützen, ließ der Krisenstab einen Notdeich verlängern. Ein rund 3,5 Kilometer langer Schutzwall war bereits am Montag gebaut worden, weitere drei Kilometer sollten zwischen Schmetzdorf und Zollchow entstehen. Die Situation in der Prignitz hatte sich unterdessen stabilisiert. Bis sie sich entspannt, werden nach Einschätzung der Behörden einige Tage vergehen. Das Wasser werde noch mehrere Tage auf die Deiche drücken.