Unter verschärfter Sicherheit hat am Freitag in Berlin der Prozess gegen einen mutmaßlichen Unterstützer des Terrornetzwerks al-Qaida begonnen. Vor dem Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts hat der 36-Jährige hinter Panzerglas Aussagen verweigert.
Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, in den Jahren 2009 bis 2011 fünf Filme hergestellt und zum Teil im Internet verbreitet zu haben. Laut Anklage hatte der aus dem Libanon stammende Familienvater mit Wohnsitz in Berlin „das Ziel, den bewaffneten Kampf von al-Qaida zu fördern“.
Anklage: Terroristische Anschläge verherrlicht
Mit den Botschaften sollten demnach weltweit Unterstützer geworben werden. „Insbesondere werden begangene terroristische Anschläge verherrlicht“, heißt es in der Anklage, die der Staatsanwalt verlas.
So seien der Terroranschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und weitere Terrorangriffe gegen westliche Einrichtungen in den Videos gepriesen worden. Der Märtyrertod sei als erstrebenswert propagiert worden.
Zeugen waren noch nicht geladen. Am ersten Verhandlungstag wurden die Filme vorgeführt. Der 36-Jährige wurde im September 2012 verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft.
Im Januar diesen Jahres hat das Kammergericht einen 27-jährigen Deutschen als Mitglied von al-Qaida zu neun Jahren Haft verurteilt. Im Fall einer Verurteilung ist im vorliegenden Fall nach Angaben eines Gerichtssprechers eine Bewährungsstrafe ebenso möglich wie eine Verurteilung zu maximal fünf Jahren Haft.
dpa/anni



