Mit anderer Schöffenbesetzung hat am Donnerstag der Berliner Prozess um die tödliche Prügelattacke gegen Jonny K. neu begonnen.

Die Angeklagten werden auch in dem neuen Verfahren aussagen. Das kündigten sie am Donnerstag.

Der Hauptangeklagte Onur U. verlas danach seine Erklärung persönlich und betonte: „Ich möchte deutlich sagen, dass ich mit dem Tod von Jonny nichts zu tun habe, aber es lässt mich nicht kalt und ist mir alles andere als egal.“ Er habe Jonny K. weder getreten noch geschlagen. „Ich habe ihn nicht einmal gesehen“, so der Angeklagte. Wie im ersten Verfahren räumte er zudem ein, den Freund des Opfers massiv geschlagen zu haben.

Der erste Prozess war am Montag vor dem Landgericht wegen Befangenheit eines Laienrichters geplatzt. Zum Start des neuen Verfahrens bat der Richter insbesondere „alle, die beruflich hier sind“, verantwortlich zu handeln. Mehr wolle er dazu aber nicht sagen.

Das Gericht hat offenbar aus dem Wirrwarr der vergangenen Tage gelernt und geht diesmal auf Nummer sicher. Beim Neustart nahmen nicht nur zwei neue Schöffen auf der Richterbank Platz. Der Vorsitzende nominierte zudem zwei Ergänzungsschöffen, die bei Bedarf jederzeit einspringen könnten.

Jonny K. war in der Nacht zum 14. Oktober 2012 am Berliner Alexanderplatz niedergeschlagen und getreten worden. Der 20-Jährige starb an Hirnblutungen. Die sechs Angeklagten im Alter von 19 bis 24 Jahren hatten in dem ersten Verfahren Schläge oder Tritte zugegeben. Eine Verantwortung für den Tod des jungen Berliners hatten sie aber bestritten.

dpa/sei