10.00 Uhr: BKA warnt vor Terroranschlägen
"Spiegel Online" berichtet, das Bundeskriminalamt (BKA) warne vor Terrorgefahr auf Fanmeilen in Deutschland. BKA-Chef Jörg Ziercke hatte dem Bericht von "Spiegel Online" zufolge den Innenministern von Bund und Ländern in einer vertraulichen Sitzung am Freitag berichtet, Islamisten hätten Fanmeilen vor der Übertragung des Champions-League-Finales am Samstagabend ins Visier genommen. Besucher der Spektakel müssten sich auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Ziercke habe gegenüber den Innenministern von einem "ernstzunehmenden Hinweis" gesprochen. Ähnliche Hinweise hätten sich in der Vergangenheit allerdings als falsch herausgestellt
11.33 Uhr: Berliner Polizei hat keine Hinweise auf Gefährdung
Die Berliner Polizei sagte der Berliner Morgenpost, es gebe Hinweise auf eine mögliche Gefährdung. Aus der Senatsinnenverwaltung hieß es zunächst, die zuständigen Stellen seien sensibilisiert, die Warnung werde in das aktuelle Lagebild einbezogen und Maßnahmen würden ergriffen. Die Sicherheitsmaßnahmen seien auf hohem Niveau.
13.05 Uhr: Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen auf der Fanmeile
Auf der Berliner Fanmeile treffen die ersten Fans ein. Jeder einzelne Besucher, der versucht, auf das Gelände der Fanmeile zu gelangen, wird kontrolliert. Selbst kleinste Fototaschen werden durchsucht. „Wir haben eine Warnung erhalten“, sagte ein Ordner an einem der Einlässe am Brandenburger Tor. Auf dem Gelände sind die orangefarbenen Müllcontainer mit Kabelbindern aus Plastik verschlossen. Einem Angestellten zufolge seien die Container, die bereits seit dem Aufbau der Fanmeile auf dem Gelände stehen, aus Sicherheitsgründen auf diese Weise gesichert worden. Die Container sollen nun zunächst kontrolliert und dann wieder geöffnet werden. Schilder weisen darauf hin, dass das gesamte Gelände videoüberwacht werde. Polizisten haben an der amerikanischen Botschaft einen zusätzlichen Zaun gezogen.
14.28 Uhr: Henkel beruhigt und tippt 1:2
Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) äußert sich zur Sicherheitslage. „Es ist seit längerem klar, dass Deutschland und damit auch ihre Hauptstadt im Fadenkreuz von Terroristen steht. Das ist nicht neu“, sagte der Senator. „Es gibt derzeit aber keine Hinweise auf konkrete Anschlagsziele oder auf einen bestimmten Zeitpunkt.“ Henkel hält die Sicherheitsbehörden der Stadt mit Blick auf die Champions-League-Fanmeile für gut vorbereitet. Man habe reichlich Erfahrung bei der Durchführung von Großveranstaltungen. Zum bevorstehenden deutschen Endspiel zwischen Dortmund und Bayern sagte Henkel, er freue sich auf ein großes Fußballfest und gab einen Tipp ab: „Bayern gewinnt 2:1.“
15.45 Uhr: Veranstalter schraubt Erwartungen deutlich herunter
„Mit 30.000 bis 40.000 Besuchern wäre ich glücklich bei dem Wetter“, sage Veranstalter Rainer Wohlthat der dpa. Angesichts der Berichte über Terrorwarnungen meint er: „Die Fanmeile abzusagen, war nie eine Überlegung wert.“ Die Leute blieben eher wegen des Wetters fern, sagte die Sprecherin des Unternehmens. Wenige Tage zuvor hatte der Veranstalter trotz schlechter Wetterprognose noch auf 100.000 Besucher gehofft. Bei gutem Wetter wären 250.000 erwartet worden.
Da stehen tatsächlich knapp 30 Leute in der ersten Reihe der #Fanmeile. Ein paar mehr am Rand unter Dach. #... vine.co/v/bVvgw0ZuAbM
— Berliner Morgenpost (@BMOnline) 25. Mai 2013 16.10 Uhr: Hundert Menschen auf der Fanmeile
Die ersten Fans sind eingetroffen. Im Regen stehen aber erst rund hundert Menschen auf der Fanmeile am Brandenburger Tor. Unter einer Maismehldusche können sie sich rot und gelb färben lassen.
17.05 Uhr: Stimmungsvolle BVB-Fans
Die Fanmeile hat sich kaum weiter gefüllt, doch diejenigen, die da sind, sorgen für gute Stimmung.
15 @fcbayern- und 15 @bvb-Fans machen ein wenig Stimmung. #Fanmeile #UCLfinal #Berlin vine.co/v/bVv3A5wYOTP
— Berliner Morgenpost (@BMOnline) 25. Mai 2013 17.12 Uhr: Fankneipen füllen sich
Die Stimmung in den Fankneipen Berlins steigt allmählich. Bei diesem schlechten Wetter sammeln sich die Fans lieber in der Kneipe. Die „Bretterbude“ in Friedrichshain ist die offizielle Fankneipe der Berliner Bajuwaren, einem der größten Bayern-Fanclubs in Berlin. Jeder Zentimeter der Metall-Kneipe ist mit Bayern-Reliquien behängt. Unsere Reporterin ist hier dabei.
17.53 Uhr: Kneipe an der Manteuffelstraße vor Überfüllung
Auf der Manteuffelstraße hat sich eine Art Wildwechsel eingestellt. Hungrige Fans verlassen die „Milchbar“ und belagern das gegenüberliegende Grillhaus. Stärkung für das Fußballspiel des Jahres. Der Besitzer hält die Fans da von ab, mit den Biergläsern die Kneipe zu verlassen. Und auf dem Rückweg sind Döner und Co. in der Kneipe untersagt. „Wir hatten diesen Andrang zu diesem Fußballfest erwartet. Wir mussten schon eine Stunde früher als sonst öffnen“, sagt Besitzer Michael Nevi. „Sollte es zu voll werden, dann muss ich die Tür schließen.“
18.30 Mahnende Worte für Fans im türkischen Grill
Manteuffelstraße, „Milchbar“: Im gegenüberliegenden türkischen Grill mahnt der Chef Dortmund-Fans aus den Niederlanden zur Ruhe. Andere Gäste fühlen sich beim Essen gestört.
18.43 Uhr: Allmählicher Umschwung von Fachsimpelei zu Gesängen
Fast jeder der Plätze in der „Bretterbude“ ist schon besetzt. Ausnahmslos jeder ist in Trikot, die eifrigsten in Kombination mit Tracht. Noch vernimmt man konstruktives Fußballgefachsimpel. Es wird jedoch immer häufiger von Fangesängen unterbrochen.
18.46 Uhr: Fanmeile wird etwas voller
Rund 500 Fans sind mittlerweile auf der Berliner Fanmeile unterwegs.
18.50 „Milchbar“ wegen Überfüllung geschlossen
Die „Milchbar“ wird temporär geschlossen. „Sorry“, sagt der Besitzer, „es geht weder vor noch zurück.“ Ein paar junge Männer fangen an zu diskutieren. Man sei schließlich Stammgast. „Wo sollen wir denn jetzt hin?“
19.06 Uhr: Die Zungen lockern sich in der Bayern-Kneipe
Bayern-Kneipe „Bretterbude: „Als Dortmunder würde ich mit 24 Punkten Rückstand gar nicht erst antreten“, sagt Walter, ein Fanclub-Urgestein. Durchschnittlich das dritte Bier sorgt mittlerweile für eine lockere Zunge. Pegel und Dezibel steigen proportional an.
19.12 Uhr: Jubel für Klopp
Riesenjubel in der „Milchbar“. BVB-Trainer Jürgen Klopp ist auf dem Bildschirm zu sehen.
19.15 Uhr: Stammgast flucht – die Türen sind zu
Vor der „Milchbar“ ärgert sich ein Mann furchtbar, er kommt nicht mehr rein, steht draußen im Regen: „Ich bin Stammgast und komme nicht in den Laden, und 25 Holländer nehmen uns die Plätze weg“, flucht er. Immer wieder werfen neue Gäste einen Blick in die überfüllte Kneipe, stecken die Köpfe zusammen, beratschlagen und ziehen weiter. Angela, Nadine und Leon wollen sich eine andere Kneipe suchen. „Wir haben ja noch ein wenig Zeit bis zum Anstoß.“
19.17 Uhr: Frauenmangel in der „Bretterbude“
Der Sender Sky zeigt knapp bekleidete Mädels, die Harald Schmidt und Co. das Wasser servieren. Der Kundschaft in der Bayern-Kneipe gefällt das. Frauen sind hier schließlich eher rar gesät. Abgesehen von Wirtin Ines, sind nur ein paar Freundinnen der männlichen Gäste mitgekommen. Es gibt hier keine „Event-Gucker“, das hier ist ernst. Manu, 32, ist in Dirndl erschienen, was von den Anwesenden mit einem Raunen quittiert wird. „Ich bin treuer Bayern-Fan, und heute ist etwas wirklich besonders“, sagt sie.
19.21 Uhr: Endlich Farbe!
Die Maismehlduschen auf der Fanmeile sind mittlerweile repariert worden und sprühen nun einen starken statt eines schwachen Farbregens auf die Fans.
Ergebnis der Fandusche: Selina und Samantha sind beide @bvb-Fans. #Fanmeile #UCLfinal #Berlin twitter.com/BMOnline/statu…
— Berliner Morgenpost (@BMOnline) 25. Mai 2013 19.30 Uhr: Borussen-Gesang erfüllt die Straße
Einstimmiges singen des Borussia-Liedes in der „Milchbar“, die Straße ist erfüllt von den Gesängen. Seit zehn Jahren ist die Kneipe Anlaufstelle für Dortmund-Fans, weil damals eine Barfrau aus der Gegend das Borussia-Fieber nach Berlin brachte. „Dortmunder, bist du in der Hauptstadt, dann geh‘ in die Milchbar!“, so Laute die Devise, berichtet Milchbar-Chef Michael Nevi. „Die Dortmund-Fans sind angenehm im Umgang“, sagt der Kneipenwirt, „der Verein hat eine studentische Tradition, und hier finden es die Fans selbst nicht toll, wenn einer über die Stränge schlägt.“ Wenn mal einer in der Kneipe bei einer Übertragung negativ auffalle, „dann sorgen schon die anderen dafür, dass derjenige sich schnell wieder beruhigt.“
Milchbar-Chef Nevi stammt selbst aus Hamburg. Dortmund-Fan ist er nicht – sein Herz schlägt eher für den HSV. Zur Frage nach seinem Favoriten für das Champions-League-Finale lächelt er nur leise. Inmitten der Dortmund-Fans hält er sich lieber diskret zurück.
19.47 Uhr: Dortmund-Fan in Bayern-Kneipe
Der erste und wohl einzige Dortmund-Fan hat die „Bretterbude“ betreten – und wird überraschend freundlich empfangen. Kerstin, 56, trägt volle Dortmund-Montour. „Ich bin hier bekannt und habe nichts zu fürchten“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.
19.56 Uhr: „Wir würden nie zum FC Bayern München geehen!“
Matze ist mit Borussia-Schal und -Pulli bestens ausgerüstet. Seit 1998 ist er Dortmund-Fan, weil seine gesamte Verwandtschaft ihn „geimpft“ habe. Die Familie stammt aus Dortmund. Eigentlich wollte er zum Public Viewing nach Dortmund fahren: „Aber bei dem Wetter ist die Milchbar der bessere Ort.“ Jetzt grölt er erst einmal das nächste Lied mit: „Wir würden nie zum FC Bayern München geehen! Wir sind alle Dortmunder Jungs.“
20.02 Uhr: Als Fan muss man nicht viel von Fußball verstehen
Lea steht gequetscht wie eine Sardine in der Tür der „Milchbar“. Sie wartet auf Freunde. „Hier bleiben wir sicher nicht“, sagte sie. Doch die junge Frau ist optimistisch: „Wir finden schon noch ein Plätzchen, Berlin ist ja groß.“ Warum sie Borussia-Fan ist, kann sie nicht sagen: „Ist halt Sympathie.“ Auf ein Ergebnis will sie lieber nicht tippen. Denn eigentlich verstehe sie nicht viel von Fußball.
20.04 Uhr: Wer holte mit beiden Teams den Meistertitel?
Raffael, Miriam und Jakob sind eben durch die Fandusche marschiert und haben sich mit den Farben ihrer Lieblingsvereine einstäuben lassen. Kurz danach dürfen sie auf die Bühne, um dort bei einem Quiz des Sponsors mitzumachen. Welcher Trainer mit beiden Vereinen Deutscher Meister geworden sei, fragt der Moderator zwei Dortmunder Jungs. Nach ein wenig Ratschlagen antworten sie zögerlich „Jürgen Klopp“, die etwa 300 Menschen direkt vor der Bühne stöhnen auf. „Ottmar Hitzfeld“, korrigiert der Moderator. Am Ende gewinnen Miriam und ihre Bayern-Kollegen das Fanpaket bestehend aus Trikot und T-Shirt.
Nach der Fandusche, Teil 2. #Fanmeile #UCLfinal Unser Live-Blog vom Final-Abend in #Berlin: morgenpost.de/berlin-aktuell… twitter.com/BMOnline/statu…
— Berliner Morgenpost (@BMOnline) 25. Mai 2013 20.11 Uhr: Noch 35 Minuten Musik am Brandenburger Tor
Immer noch strömender Regen auf der #Fanmeile. Und immer noch Musik. 35 Minuten noch... #Vine #UCLfinal vine.co/v/bV6iYqXFIle
— Berliner Morgenpost (@BMOnline) 25. Mai 2013 20.14 Uhr: „Pfuuui“ in der Milchbar
Wer sich nicht mit seinen Freunden in Schreilautstärke unterhält, beobachtet in der „Milchbar“ gebannt das Geschehen im Fernsehen. „Pfuuui“, tönt es. Jupp Heynckes im Interview ist gerade im Fernsehen zu sehen.
20.23 Uhr: Es geht tatsächlich noch enger
Im Fernsehen zu sehen: Schweinsteiger macht Dehnübungen. „Du kannst nach Hause fahren“, startet sofort das Gegröle der Fans in der „Milchbar“. Es wird noch enger – das dies überhaupt noch möglich ist, war vor einer halben Stunde gar nicht vorstellbar. So richtig geschlossen worden ist die Kneipe doch nicht. Es wird geschoben und gequetscht, gemütlich Fußballgucken geht eigentlich anders.
20.30 Uhr: Stimmung auf der Fanmeile
20.43 Uhr: Kurze rot-gelbe Wortgefechte auf der Fanmeile
Pünktlich zum Spielbeginn wird der Regen zum ersten Mal seit Stunden wieder schwächer. „Ist ja fast schon sonnig“, sagt ein Mann im Vorbeigehen. Nach viel Musik vom Band und der Band „Puls“ auf der Bühne, wird jetzt das ZDF-Bild aus London gezeigt. Bayern- und Dortmund-Fans sind in ausgeglichener Zahl da, vor der Bühne und dem größten Bildschirm stehen alle bunt gemischt – und fast alle haben einen Regenschirme dabei. Getrunken wird auch jede Menge, ab und zu liefern sich Rote und Gelbe kurze, angetrunkene Wortgefechte, insgesamt ist es aber friedlich.
20.44 Uhr: Publice Viewing auf beim Rave
Auch beim Berlin Summer Rave im Hangar des Flughafen Tempelhof gibt es ein Public Viewing. Kurz vor Anpfiff sind die Hallen leer. Der größte Teil des Publikums des Summer Rave hat sich draußen vor dem Bildschirm versammelt. Rund 300 Personen.
20.45 Uhr: Der Ball rollt!
Das Spiel in Wembley ist angepfiffen
20.47 Uhr: Die „Milchbar“ mutiert zum Fußball-Stadion
Ein Bayer-Fan steht im Eingang der „Milchbar“. „Immer rein“, wird er von den Borussia-Fans begrüßt. Aber angesichts der Enge überlegt er kurz und bleibt doch lieber draußen. Fast Jede Aktion der Borussen wird hier mit lautem „Jaaaa, jaaaa“ kommentiert. Stimmung wie in der Fan-Kurve, die „Milchbar“ mutiert zum Fußball-Stadion.
20.55 Uhr: BVB-Mehrheit beim Rave
Die BVB Fans jubeln. Die FC-Bayern-Anhänger sind in der Masse weniger vertreten. Bayern näherte sich gefährlich dem Tor. Ein Schrei aus dem Publikum: „Nein, bloß kein Tor!“
20.59 Uhr: Gute Stimmung in der „Bretterbude“
— Morgenpost / LIVE (@BMOnline_live) 25. Mai 2013 21.00 Uhr: Vier Mal verfehlt
Der BVB hat zweimal Hintereinander das Tor verfehlt. Die Menge schreit auf. Mehrere Männer im Publikum fassen sich fassungslos an den Kopf. Die Spannung auf dem Tempelhof Hof ist zu spüren. Alle Augen schauen auf den Bildschirm. Immer noch keine Spur von Bayern-Fans.
21.00 Kollektives Durchatmen bei den Bayern-Fans
In der „Bretterbude“: Lewandowski schießt. Kollektives Durchatmen. Schießt nochmal - das muss die Bayern-Fan-Seele erstmal aushalten.
21.01 Uhr: Lärm pur
„Lauter“", heißt es in der „Milchbar“. Der Kommentar zum Spiel ist kaum zu hören. Jetzt endlich wird die Lautstärke aufgedreht. Gegen die Stimmen der Fans kommt der Reporter allerdings immer noch kaum an.
21.04 Uhr: Lob für Neuer von BVB-Fans
Trotz verpatztem Torschuss des BVB jubelt die Menge weiter. Der einzige Münchner, der was kann, ist der Torwart, heißt es unter den Dortmunder Fans.
21.11 Uhr: Luftsprünge beim Summer Rave
Bayern verfehlt das Tor. Rund 20 BVB-Fans springen aus Erleichterung in die Luft. Eine kleine Gruppe Bayern-Fans lässt sich auffinden. Sie Glauben fest an den Sieg.
21.14 Uhr: Nein, das läuft nicht rund für Bayern-Fans
Die Zigarettenfrequenz hat sich bei jedem Bayern-Fan in der „Bretterbude“ zur Kette entwickelt. Die Stimmung droht ins Unglückliche zu kippen. Die Fangesänge sind hysterischen Zwischenrufen gewichen. Nein - das läuft nicht rund. Aber es wird Kraft getankt, schließlich kann das nicht alles gewesen sein.
21.16: 500 Raver schauen zu
Dante bekommt gelbe Karte. Das Publikum auf dem Tempelhofer Feld bleibt still. Immer mehr Menschen kommen zu dem Bildschirm, rund 500 Personen sind es jetzt. Flüche gegen Bayern liegen in der Luft. BVB-Torwart Weidenfeller wird laut angefeuert. Einige BVB-Fans wetten auf eine Verlängerung des Spiels. Sogar Elf-Meter-Schießen wäre ihrer Meinung nach wahrscheinlich.
21.23 Uhr: Stimmung mit Schirmen
Panorama von der #Fanmeile in Berlin: noch ausreichend Platz vorhanden. #UCLfinal Live-Blog: bit.ly/11m0e7k twitter.com/BMOnline/statu…
— Berliner Morgenpost (@BMOnline) 25. Mai 2013
21.25: Tausende stehen vor dem Hangar
Nach Zählung des Veranstalters sind mittlerweile 1500 Personen vor den Hangars und schauen sich das Spiel an. Die Menge reicht bis zu den Hangar-Eingangstüren
21.30 Uhr: Halbzeit
Auf dem Tempelhofer Feld wird geklatscht und gepfiffen. Die Menge singt laut „schalalala“ und freut sich auf den weiteren Verlauf des Spiels.
21.37 Uhr: „Das Spiel der Torhüter!“
Halbzeitfazit am Tresen in der „Bretterbude“: „Das Spiel der Torhüter!“ Weiterhin Glaube an den Sieg? „Klar, irgendjemand wird gewinnen.“ Jetzt wird erstmal Wirtin Ines besungen, die macht schließlich ihren Job zufriedenstellend.
21.43 Uhr: Kopfschütteln in der „Bretterbude“
Oha, der Plastik-Pokal verliert an Luft und wird von den Umstehenden erstmal mit Argwohn beäugt. Zufrieden mit dem Spiel? Kopfschütteln - kein Kommentar!
21.49 Uhr: Der Ball rollt wieder
Die BVB-Fans Tobias und Markus in der „Milchbar“ sind zufrieden mit der ersten Halbzeit: "Spektakulär", lautet ihr knappes Resümee. In der Halbzeit hat sich Tobias noch ein Bier geholt - er hat es bis zur Theke geschafft. Sein Tipp für das Spiel ist optimistisch: „Dortmund gewinnt 2:0.“ die Hauptsache für ihn ist, „dass es kein Elfmeterschießen gibt.“
21.57 Uhr: Neid auf London auf der Fanmeile
Mit einem warmen Crêpe auf der Hand und den Atemwolken fühlt sich dieser Maiabend am Brandenburger Tor eher wie ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt an. Immer, wenn ein kurzärmlig gekleideter Fan in London gezeigt wird, gibt es neidische Kommentare: "Wir sind eindeutig in der falschen Stadt!"
Währenddessen sieht man vor dem Brandenburger Tor stehend einige Besucher in der Kuppel des Reichstagsgebäudes - ob sie sich von dort einen besonders guten Blick auf den Bildschirm auf dem Platz des 18. März versprochen haben, oder einfach nur einen Abend mit wenig Andrang gewählt haben, ist unklar.
22.01 Uhr: Tor für Bayern
Wie das Tor für den @fcbayern auf der #Fanmeile fiel. #Vine vine.co/v/bVgKEzHK6vj
— Berliner Morgenpost (@BMOnline) 25. Mai 2013
22.01 Uhr: Da sind die Bayern-Fans
Nun kommen die FC-Bayern-Fans auf dem Tempelhofer Feld zum Vorschein. Ein Teil der Menge springt auf und ab. Zwei Mädchen umarmen einander und schreien laut auf. Nun sind alle wieder richtig wach. Sie haben sich bis eben gerade gut versteckt, doch jetzt erklingen Bayern-Lieder der Fans.
22.04 Uhr: Stimmung in der „Milchbar“ wird aggressiver
Immer mehr Betrunkene stolpern in der „Milchbar“ die Treppe runter. Einer schüttet einem anderen sein Bier über den Kopf. Die Stimmung wird aggressiver und aufgeheizter. Und jetzt hat Bayern auch noch ein Tor geschossen. Die BVB-Fans sind gefrustet.
22.04 Uhr: Tanz in der „Bretterbude“
Die Fans in der „Bretterbude“ tanzen auf den Tischen. Über ein Megafon wird der Takt vorgegeben.
22.05 Uhr: Wildes Telefonieren
Auf dem Tempelhofer Feld wird wild telefoniert. Bayern-Fans rufen ihre Freunde an. „Das war ein schönes Tor," jubelt eine Frau
22.08 Uhr: Elfmeter für Dortmund
22.09 Uhr: Dortmund gleicht aus
Die Menge auf dem Tempelhofer Feld springt. Zwei Männer mit BVB-Schals fallen einander in die Arme, obwohl sie sich nicht kennen. Die Spannung steigt. Immer mehr Menschen versammeln sich vor dem Bildschirm.
Das 1:1 für den @bvb auf der #Fanmeile in Berlin. #Vine vine.co/v/bVgbLuF0v1t
— Berliner Morgenpost (@BMOnline) 25. Mai 2013
22.10: Anspannung in der „Bretterbude“
— Morgenpost / LIVE (@BMOnline_live) 25. Mai 2013
22.11: Wilde Gesänge statt Techno
Die Menge singt wild "BVB", die Augen stets auf den Bildschirm gerichtet. Der Chor durchflutet die gesamte Halle. Bayern-Fans sind kaum mehr zu sehen.
22.12 Uhr: Der Frust ist vergessen
Riesenjubel in der „Milchbar“. Der Frust ist vergessen, die Welt ist wieder in Ordnung. Weiter geht‘s, alles ist offen.
22.20 Uhr: Der BVB-Chor singt weiter
Boateng am Boden. BVB-Fans auf dem Tempelhofer Feld interessiert das nicht, nur die Bayern-Fans fluchen wüst. Immer noch erklingt ein BVB-Chor.
22.27 Uhr: BVB-Fans setzen auf Verlängerung
Solidarität unter BVB-Fans beim Berlin Rave. Man fragt die Nachbarn, ob sie auf ein Elf-Meter-Schießen wetten. Dass es eine Verlängerung geben wird, scheint allen klar zu sein.
22.30 Uhr: Bayern geht in Führung
Es wird laut geschrien auf dem Tempelhofer Feld, doch die Enttäuschung der BVB-Fans ist zu spüren. Düstere Blicke und schmollende Münder bei den BVB-Fans, die gut 80 Prozent der Menge ausmachen.
22.36 Uhr: Abpfiff. Bayern hat gewonnen.
22.36 Uhr: Umarmungen auf dem Tempelhofer Feld
Das Publikum im hinteren Teil der Raver-Menge springt auf. Hände werden in die Luft geschwungen und Umarmungen vergeben
22.36 Uhr: Die Atzen übernehmen auf der Fanmeile
Nichts für Fußballliebhaber: 10 Sekunden nach Spielende geht das Bild aus London aus, es spielen die Atzen.
22.37 Uhr: Kein Halten mehr in der „Bretterbude“
Es gibt nackte Oberkörper, es gibt Tränen. Vor allem gibt es kein Halten mehr. Die ganze „Bretterbude“ liegt sich in den Armen. Auch Innensenator Frank Henkel hat nun übrigens mit seinem Tipp Recht behalten.
22.44 Uhr: Silvesterstimmung auf der Fanmeile
Regen und Silvesterstimmung nach Spielende auf der #Fanmeile. #Vine vine.co/v/bVggPZaD57Q
— Berliner Morgenpost (@BMOnline) 25. Mai 2013
22.49 Uhr: Friedliches Ende des Abends in der „Milchbar“
Die BVB-Fans in der Kreuzberger „Milchbar“ räumen enttäuscht das Feld. Die hartnäckigsten Fans hören trotz der Niederlage nicht auf zu singen. Derbe Schimpfwörter sind aus verschiedenen Ecken zu hören, aus den Lautsprechern tönt wieder die Musik. Fest steht jedoch: In der „Milchbar“ standen die Dortmund-Fans ihren Kollegen in Wembley oder Dortmund in nichts nach. Olli ist enttäuscht: "Das erste Tor war doch für den A..., eindeutig abseits."
Nach dem Spiel braust nochmal spontaner Applaus für die Mannschaft auf. Dortmund lag heute in Berlin-Kreuzberg, so scheint es. Unter den Fans sind viele Berliner Schnauzen: "Der BVB ist mir mindestens so wichtig wie Herhta", sagt Andreas, der um 15 Uhr in die „Milchbar“ gekommen war und sich einen Platz mit guter Sicht auf den Großbildschirm gesichert hat.
„Milchbar“-Betreiber Michael Nevi hat schon vor Ende des Spiels den Heimweg angetreten. „Ich habe gutes Personal, die haben das alles im Griff." Als Bayern-Spieler Arjen Robben interviewt wird, stöhnen ein paar Fans auf. "Mach doch endlich den Fernseher aus", heißt es. Trotz Frust gab es am Ende des Abends keine Zwischenfälle, auch wenn die Stimmung kurzzeitig zu kippen drohte. Immer wieder haben die beiden Fans Tobias und Markus die aufgeheizten Gemüter beruhigt: “Das soll doch eine friedliche Angelegenheit sein." War es auch.
22.50 Uhr: Die Fanmeile ist noch längst nicht leer
22.57 Uhr: Keine Vorfälle auf der Fanmeile
Der Veranstalter meldet, es “kamen bei Dauerregen weniger Besucher als erwartet“. Eine genaue Zahl nennt er nicht. Von einem friedlichen und harmonischen Fußballfest ist die Rede. Polizei, Sicherheit und Sanitäter zogen eine positive Bilanz, so der Veranstalter: „Es waren kaum Einsätze zu verzeichnen.“
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