Die Ermittlungen im Fall der am Pfingstmontag für Stunden verschwundenen Sharlyn haben eine Wendung genommen. Ein Nachbar der Großmutter der Achtjährigen steht im Verdacht, das Mädchen mit zu sich nach Haus genommen zu haben. Der Mann kann derzeit durch die Polizei nicht befragt werden, weil er offenbar einen Suizidversuch unternommen hat.
Auf die Spur des 25-Jährigen waren die Ermittler durch Erzählungen des Mädchens gekommen. Diese habe den Beamten berichtet, sie sei mit dem Mann zu dessen Wohnung gegangen und habe dort ferngesehen. Von möglichen Übergriffen, insbesondere sexueller Art, habe das Mädchen nicht berichtet, sagte ein Polizeisprecher. Wohl aber davon, dass der Mann das Kind unter Druck gesetzt und eingeschüchtert habe, auf keinen Fall von dem Zusammensein zu erzählen, da sonst etwas Schlimmes passieren könne. Der Mann soll nur wenige Häuser von der Wohnung der Großmutter entfernt leben.
Das Mädchen führte die Beamten zu der Wohnung des 25-Jährigen. In der Wohnung fanden die Beamten den Mann schwerverletzt vor. Ein Notarzt versorgte den Mann. Am Nachmittag teilte die Polizei mit, der Mann lebe, sei aber nicht vernehmungsfähig.
Die acht Jahre alte Sharlyn war am Montagvormittag von einem Spielplatz in der Ernst-Bloch-Straße in Berlin-Hellersdorf verschwunden, als ihre sieben Jahre alte Schwester kurz zur nahe gelegenen Wohnung der Großmutter gegangen war. Die Polizei suchte am Feiertagsmontag den ganzen Tag über nach der Vermissten. Neben zahlreichen Beamten waren auch Hunde und ein Hubschrauber im Einsatz. Erst gegen 22.00 Uhr tauchte das Mädchen äußerlich unversehrt von selbst vor dem Haus der Großmutter auf.
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