Tausende Menschen haben in Berlin in Anlehnung an ein indisches Ritual das Holi-Festival gefeiert. Sie bewarfen sich am Sonnabend gegenseitig mit Farbbeuteln.
Etwa 12.000 Menschen strömten zum bereits zweiten Berliner „Holi-Festival of Colours“ in das Reiterstadion im Olympiapark (Charlottenburg), um unter freiem Himmel zu Elektromusik mit indischen Beats zu tanzen und sich gegenseitig mit gefärbtem Maispulver zu bewerfen.
Das ausgelassene Spektakel wurde im vergangenen Jahr von den drei Berlinern Jasper Hellmann, Max Riedel und Maxim Derenko ins Leben gerufen. In diesem Jahr waren alle Eintrittskarten laut Veranstalter binnen zehn Stunden verkauft.
„Wir haben uns unsere Karten sofort gesichert“, sagte Charlotte Kloss, die gemeinsam mit ihren Freundinnen Sophia Ihlenfeld und Marlene Sauer (alle 24) bereits zu Partybeginn um 12 Uhr im Reiterstadion war. „Vorher haben wir uns erkundigt, welche Bedeutung das Holi-Fest in Indien hat“, so Kloss.
Brav trugen fast alle Partybesucher weiße Hosen, Hemden oder Shirts, wie von den Veranstaltern empfohlen. Gegen 15 Uhr lief der erste Countdown zu einer sogenannten Farbbombe. Dann warfen alle Gäste wie in Ekstase das Farbpulver, das sie zuvor kaufen konnten.
Bis Party-Ende gab es im Stundentakt weitere Farbbomben, nach denen die Menschenmenge wie ein psychedelischer Regenbogen leuchtete.
„Die Stimmung ist großartig“, sagte Maria Loacker. Die 23-Jährige und ihre Freundin Anja Kohler (23) waren extra aus Österreich angereist. Ihre Eintrittskarten hatten sie über Ebay ersteigert. „Die waren zwar total überteuert“, sagt Loacker, „aber jeder Cent hat sich gelohnt.“ Bis zum Party-Ende gegen 22 Uhr wollten beide weiterfeiern.
Die Feier geht auf das hinduistische Frühlingsfest „Holi“ zurück und wird vor allem im Norden und Osten Indiens gefeiert. Bei den mehrtägigen, karnevalsartigen Feiern beschmieren sich Menschen mit bunten Pulvern und verspritzen Wasser.
Die Veranstaltung soll in diesem Sommer in insgesamt 13 deutschen Städten stattfinden.
dpa/NMO/sei



