Am 1. Mai

Hells-Angels-Rocker blockieren die Berliner Avus

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Foto: Jussi_Nukari / picture-alliance / dpa/dpaweb

Während die Polizei in Berlin-Kreuzberg im Einsatz war, haben etwa 70 Rocker der Hells Angels den Verkehr in Zehlendorf massiv behindert.

Die starke Polizeikonzentration auf Grund der vielen Demonstrationen am 1. Mai haben Rocker der Hells Angels und Red Devils zu einer Demonstration der Stärke ausgenutzt.

Die etwa 70 Rocker waren bei ihrer Ausfahrt auf schweren Harley-Maschinen sowie in teuren Autos und Vans unterwegs. Erst nach geraumer Zeit konnte die Polizei die nicht genehmigte Ausfahrt in Schöneberg stoppen.

Dabei kam es zu einem Übergriff, bei dem ein Polizeibeamter verletzt wurde. Die Mehrheit der Rocker konnte sich aber den folgenden Kontrollen durch Flucht entziehen.

Ein starker Verband von Hells Angels und Mitgliedern von Unterstützer-Klubs hatte sich am Maifeiertag von 12.45 Uhr im Zehlendorfer Ortsteil Nikolassee auf der Spinnerbrücke getroffen, bestätigte die Polizei am Donnerstag.

Rocker ignorierten sämtliche Verkehrsregeln

Gegen 14 Uhr starteten die Rocker, um über die Avus in die westliche City zu fahren. Nach Angaben von Augenzeugen blockierten die Rocker dabei die Avus-Zufahrt Spanische Allee und ignorierten sämtliche Verkehrsregeln, wobei andere Verkehrsteilnehmer behindert und besonders auf der Avus stadteinwärts zum Teil genötigt wurden.

Im Konvoi verließen die Hells Angels aus Berlin und Potsdam die Autobahn am Funkturm und fuhren über Halensee auf den Kurfürstendamm. Dort missachteten die Rocker nicht nur massiv rote Ampeln. Eine im Amtsdeutsch genannte Verbundfahrt wäre anmeldepflichtig gewesen, zudem sei das Tragen der sogenannten Rockerkutten eine Ordnungswidrigkeit, bestätigte ein Polizeisprecher.

Die Rocker haben es offenbar ausgenutzt, dass Tausende Polizisten bei den großen Demos in Schöneweide und Kreuzberg waren, hieß es weiter. Erst eilig herbei gerufenen Polizeikräften gelang es, den Aufmarsch der Rocker in Schöneberg zu stoppen. Um sich beabsichtigten Kontrollen der Polizei zu entziehen, rasten die Höllenengel in alle Himmelsrichtungen davon. Bei dem Fluchtversuch kam es auch zu einer Kollision von zwei beteiligten Bikern, die daraufhin stürzten.

An der Kurfürstenstraße wurden drei der Rocker gestoppt, wobei es zu einem Angriff auf einen Beamten kam. Ein Rocker leistete Widerstand und versetzte einem Beamten einen Kopfstoß, der dadurch leicht verletzt wurde. Der Angreifer konnte überwältigt, gefesselt und festgenommen werden.

Vorfall in Reinickendorf

Der Führerschein des Mannes wurde beschlagnahmt. Von zwei Komplizen wurden die Personalien aufgenommen. Erst am Montagabend war ein Rocker aus dem Umfeld der Hells Angels in Reinickendorf mit seiner Maschine aggressiv auf einen Beamte zugefahren, der sich durch einen Sprung zur Seite retten musste.

Die Polizei wollte den 23-Jährigen in der Reginhardstraße kontrollieren, nachdem er mit deutlich zu schnell in der Residenzstraße aufgefallen war. Der 23-Jährige wurde ermittelt, gegen den Mann wird nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

( mb/pol )