Das Baby aus Berlin-Hellersdorf hat bei der Geburt gelebt und ist gewaltsam ums Leben gekommen. Das ergab die Obduktion der Leiche, wie die Polizei mitteilte.
Das Kind war am Dienstag in einer Grünanlage in Berlin-Hellersdorf in einer Plastiktüte entdeckt worden. Die Polizei ermittele wegen Mordes, sagte ein Sprecher. Bei dem Leichnam handele es sich um einen Jungen. „Das Kind wurde lebend geboren und getötet“, sagte der Sprecher. Wie lange das Kind gelebt hat, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen, auch nicht, wie es starb. Die Polizei befragt außerdem Zeugen am Fundort.
An der Stelle an der eine Spaziergängerin mit Hund am Dienstagabend in einem Grünzug an der Tangermünder Straße 13 eine Babyleiche entdeckt hatte gedachten Anwohner des toten Säuglings. Einige stellten Kerzen auf. Ein Passant legte ein kleines Stoffbärchen dazu. „Das hat mir schon den Schlaf geraubt“, sagte der 33-jährige Robert Hüffner, der am Dienstagabend von der Nachricht erfuhr. Es gebe doch Möglichkeiten für Frauen, ungewollte Babys abzugeben, etwa in Babyklappen, meinte er.
Nach einer ersten Obduktion soll es sich bei dem Fund um einen Jungen handeln, der offenbar nach der Geburt noch gelebt hat. Von der Mutter des Kindes fehlt indes jede Spur. Auch ist noch ungeklärt, woran der Säugling gestorben ist.
Anwohner berichteten nach Informationen der Berliner Morgenpost, dass die Tüte bereits am Sonntag dort in der Grünanlage gesehen wurde. Es hatte nur niemand genauer hingeschaut und bemerkt, dass eine Leiche darin lag. Der Hund der Spaziergängerin hatte im Grün herumgeschnüffelt und den Toten entdeckt.
Es war die zweite Baby-Leiche, die innerhalb weniger Tage in der Hauptstadt gefunden wurde. Erst am vergangenen Freitag war in einem Altkleidercontainer in Berlin-Neukölln ein toter Säugling entdeckt worden.
Die Hintergründe sind nach wie vor unklar. Die Suche nach der Mutter läuft. Bislang habe sich die Zahl der Hinweise aus der Bevölkerung auf acht erhöht. Eine heiße Spur fehle aber noch. Die Obduktion des winzigen Mädchen-Leichnams habe gewisse Ermittlungsansätze geliefert, wie Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Weitere Details wollte er im Augenblick aber nicht nennen. Gesucht werde eine schwangere Frau, die entbunden, aber kein Kind hat. Außerdem suchen die Beamten nach Zeugen, die zwischen dem 27. März und dem 5. April 2013 verdächtige Personen mit einem blauen Plastiksack an dem Container an der Kreuzung Wildenbruchstraße/Hüttenroder Weg beobachtet haben. Es werde wegen Mordes ermittelt, hieß es bei der Anklagebehörde.
plet/dpa/sh




