Verbrechen

Gedenkzug durch Neukölln für ermordeten Burak B.

Rund 300 Menschen haben am Sonnabend des Mordes an Burak B. gedacht. Der 22-Jährige war vor einem Jahr vor dem Krankenhaus Neukölln erschossen worden. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Mit einer Schweigeminute und anschließender Demonstration durch Neukölln haben die Familie von Burak B. sowie antirassistische Aktivisten am Sonnabend des vor einem Jahr ermordeten türkischstämmigen Berliners gedacht. Im Rahmen der Kundgebung forderte die „Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak B.“ von Polizei und Behörden Antworten auf die zahlreichen offenen Fragen in dem noch ungelösten Fall.

„Wir fordern, dass die Ermittlungen intensiviert werden“, sagte der Sprecher der Initiative, Peter Paulsen. Es entstehe der Eindruck, dass nicht ausreichend in Richtung eines politischen Hintergrunds untersucht werde. Plakate der Demonstranten erinnerten an die NSU-Attentate, in deren Zusammenhang den Behörden eklatantes Versagen vorgeworfen wird. Vom Friedhof am Columbiadamm neben der Sehitlik-Moschee, wo Burak B. bestattet worden war, zog der Kundgebungszug zum Rathaus Neukölln und weiter bis zum Hermannplatz. Die Veranstalter zählten 500 Demonstranten, die Polizei ging von mindestens 300 aus.

Die aus der Türkei stammende Familie hatte zuvor darum gebeten, auf Flaggen und religiöse Symbole zu verzichten. Auf Transparenten waren Fragen zu lesen wie „Wurde die Waffe schon früher benutzt?“ oder „Warum interessiert sich die Öffentlichkeit kaum?“.

Der 22-jährige Burak B. war in der Nacht vom 4. zum 5. April 2012 vor dem Krankenhaus Neukölln gemeinsam mit zwei Freunden von einem Unbekannten beschossen worden. B. starb unmittelbar darauf im Krankenhaus. Von dem Täter fehlt jede Spur. Am Mittwoch hatten Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sowie Polizeipräsident Klaus Kandt die Familie in Buckow besucht und ihre Betroffenheit zum Ausdruck gebracht.