Tourismus

Zwei Millionen Touristen strömen Ostern nach Berlin

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Paulina Czienskowski

Foto: Soeren Stache / dpa

In Berlin lässt der Frühling auf sich warten. Das stört die Touristen aber nicht. Viele Hotels sind ausgebucht.

Der Frühling ist in Berlin noch in weiter Ferne, statt Blumen gibt es vor allem Eis und Schnee. Dennoch erwartet die Tourismusbranche an diesem Osterwochenende rund zwei Millionen Gäste. Hinzukommen noch weitere Tagesbesucher. Viele, die jetzt spontan noch weg wollen, würden sich zwar lieber ein Reiseziel mit Sonne suchen, aber günstige Angebote gebe es nur noch wenige, sagt Katharina Dreger von dem Tourismuswerber Visit Berlin. „Da wählen viele gerne einen Trip ins aufregende Berlin.“

Der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, spricht von einem gelungenen Start in die Hochsaison für Städtereisen 2013. „Die Stadt wird wieder voll sein“, so Wowereit. Trotz Schnees stehen die Besucherzahlen dem sonnigen Ostern im Vorjahr in nichts nach.

Fast alle Hotels im Zentrum der Stadt sind bis zu 90 Prozent ausgebucht. Das Hilton zählt zusätzlich laufend kurzfristige Anfragen. Auch Novotel, die Hotelkette von Accor, ist nahezu ausgebucht. Die Häuser im Stadtzentrum seien bis oben hin voll, so Marie Schwab, die Sprecherin der Hotelmarke. Sascha Leckscheid, der Manager vom Hostel Baxpax in Kreuzberg und Mitte, berichtet sogar von zehn Prozent mehr Anreisen als im Jahr zuvor: „Das bedeutet eine fast 100-prozentige Belegung in diesen Tagen in unseren drei Hostels.“ Dieser März sei sogar der beste März seit 1994, dem Bestehen der Herberge.

Museen sollten sich auf lange Schlangen gefasst machen

„Die Stadt bietet sowohl drinnen als auch draußen viele Attraktionen – wenn das Wetter so bleibt, sollten Museen sich bei den tausend angekündigten Gästen auf lange Schlangen gefasst machen“, sagt Katharina Dreger von Visit Berlin. Auch Willy Weiland, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, sagt: „Die Stadt ist nicht unbedingt vom Wetter abhängig, denn durch das breit gefächerte Kulturangebot gibt es für Besucher immer viel zu sehen.“

Wie schon 2011 belegte Berlin Platz drei im Jahresranking unter den gefragtesten Reisezielen Europas 2012. Insgesamt 24,9 Millionen Menschen übernachteten in der Hauptstadt. Berlin liegt zwar damit immer noch hinter London (45,9 Millionen) und Paris (34 Millionen), aber mit 11,4 Prozent Besucher-Zuwachs liegt es vor den Top-Metropolen in Europa. „Ich bin optimistisch, dass wir 2013 im Berlin-Tourismus erneut hervorragende Zahlen erzielen werden“, so Wowereit. Schon im Januar kamen rund 700.000 Gäste zu Besuch.

Attraktivität Berlins nimmt international weiter zu

Wowereit freut sich besonders über den Besucherzuwachs von 14,6 Prozent ausländischer Gäste im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat. „Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass auch international die Attraktivität unserer Stadt weiter zunimmt.“

Laut Dehoga sei die Berliner Tourismusbranche nicht nur auf deutsche Gäste angewiesen. „Im Schnitt sind sogar meist mehr aus dem Ausland als aus Deutschland hier“, sagt Weiland. Der Hostelmanager Leckscheid bilanziert: „Derzeit kommen vor allem Franzosen, Engländer und Amerikaner in die Stadt.“

Auch Lokale in Berlin sind ausgebucht

Auch die Gastronomie profitiert von dem Touristenstrom. Und vom schlechten Wetter: Viele Restaurants sind bei diesen Temperaturen nicht nur für eine kurze Pause gut. Beliebte Lokale in Berlin sprechen mehrheitlich von ausgebuchten Tischen. Der Osterbrunch im Nolas am Weinbergspark in Mitte oder im Fischers Fritz im Hotel Regent ist komplett ausgebucht. Auch das Caféhaus Grosz am Kudamm hat nur noch wenige Kapazitäten.

Da Ostern ein Familienfest ist, kommen Eltern und Kinder häufig gemeinsam in die Stadt. „Dabei geht es vor allem darum, Zeit miteinander zu verbringen – das Wetter spielt da häufig eine untergeordnete Rolle“, sagt Stefanie Brückner vom Hotel de Rome. Das Adlon hält sogar extra Familien-Pakete bereit: Osterbrunch und Eiersuchen sind bereits seit einem Dreivierteljahr ausgebucht.

Das frostige Frühjahr in Berlin scheint niemanden davon abzuhalten, die Hauptstadt zu besuchen.