Man sagt, in Berlin leben doppelt so viele Ratten wie Menschen. Ob das stimmt, sei dahingestellt. Um unter den Menschen für etwas Chaos zu sorgen, reicht schon eine Ratte aus.
In der Nacht zum Dienstag hat nämlich eine einzige Ratte in Berlin-Tempelhof einen zweieinhalbstündigen Stromausfall verursacht.
Das Tier sei durch ein kleines Loch gekrabbelt und habe einen Kurzschluss an einer 10.000-Volt-Leitung ausgelöst, sagte eine Sprecherin des Stromversorgers Vattenfall am Dienstag.
Zweieinhalb Stunden kein Strom
Rund 2200 Wohnungen und 170 Betriebe hatten danach für zweieinhalb Stunden keinen Strom. Der Nager hat seine Neugier mit dem Leben bezahlt. Das Tier wurde tot in der Netzstation gefunden. Der Versorger will nun genau prüfen, wie er künftig solche Vorfälle verhindern kann.
Ratten sind in Berlin keine Seltenheit. 2012 riefen sie im Durchschnitt 16 Mal je Tag die Kammerjäger auf den Plan. Rund 180 Kammerjäger-Firmen in der Hauptstadt rücken gegen die Schädlinge aus. Bis zum 31. Oktober waren es rund 4950 Einsätze, wie Gesundheits-Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner Anfang Januar in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Alexander J. Hermann mitgeteilt hatte.
Wer die Nager auf seinem Grundstück bemerke, sei verpflichtet, dies dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden – und unverzüglich eine Fachkraft mit der Bekämpfung zu beauftragen
Ein solcher Fall ist die absolute Ausnahme
Thomas Schäfer, Technischer Leiter des Verteilungsnetzbetreibers Vattenfall in Berlin, bezeichnete den Vorfall auf Radio 1 als absolute Ausnahme. "So etwas haben wir ein- bis zweimal in mehreren Jahren", sagte er.
Die Anlagen seien so geschützt und geschlossen, dass Tiere normalerweise nicht rein könnten.
Die Ratte habe den Vorfall nicht überlebt, so Schäfer weiter. Da hier eine Fremdeinwirkung vorlag, gebe es für die Kunden keinen Ersatz. Die meisten seien auch schon gegen 0.35 Uhr wieder versorgt gewesen. Nur bei denen, die direkt an der Station gehangen hätten, habe es länger gedauert.
dpa/alu/oje



