Immerhin, es gibt eine gute Nachricht in Sachen Wetter für Berlin: Der Höhepunkt der Kältewelle ist in Berlin überschritten. Jürgen Schmidt Diplom-Meteorologe und Geschäftsführer der Firma WetterKontor sagte der Berliner Morgenpost, zumindest die Tiefsttemperaturen in der Nacht würden nun steigen. „Zweistellige Minusgrade wie am Wochenende bekommen wir jetzt nicht mehr. Allerdings wird es tagsüber auch nur ganz allmählich etwas milder. Frühlingswetter mit Temperaturen über 10 Grad ist noch nicht in Sicht.“
Erschwerend für das Gemüt kommt hinzu: Die Sonne zieht sich wieder zurück. „Von Südosten und Süden ziehen in den nächsten Tagen immer mehr Wolken heran und bringen auch noch etwas Schnee, aber Donnerstag auch mehr und mehr Regen.“ Regen statt Schnee, das müssen die Berliner aktuell schon als Verbesserungen hinnehmen.
Wann kommt der Frühling endlich nach Berlin? „Das wird noch etwas dauern“, sagte Schmidt. „Zumindest wenn man sich Temperaturen um 15 Grad wünscht.“ Zwar seien sich die Wettermodelle zurzeit noch nicht sicher, „aber an Ostern und auch in der Aprilwoche sind die Chancen dafür praktisch Null.“
Eisige Temperaturen in der Nacht
Besonders eisig war es zuletzt in dem brandenburgischen Dorf Coschen: Mit minus 19 Grad war es in der Nacht zum Sonntag der kälteste Ort Deutschlands. „Ende März ist es in Brandenburg noch nie so kalt gewesen seit der Wetteraufzeichnung“, sagte Eva Wille vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Potsdam.
In Berlin waren die Temperaturen in der Nacht zu Sonntag auf Rekordtiefe gesunken. An einer Messstation im äußersten Südosten der Stadt wurden am Wochenende minus 17 Grad gemessen. „Das ist für Berlin ein Rekord“, sagte eine DWD-Meteorologin. Ende März sei es in Berlin seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie so kalt gewesen.
Spargelernte wird sich verzögern
Der lange Winter verzögert die Aussaat auf den Feldern und das Setzen von Gartenpflanzen. „Sorgen bereiten den Bauern derzeit vor allem die Frühkartoffeln“, sagte der Pressesprecher des Deutschen Bauernverbands, Johannes Funke. „Diese Kartoffeln müssen bis Anfang April in den Boden. Bei Frost können sie aber nicht gelegt werden.“
Wegen der frostigen Temperaturen dürfte somi auch die Spargelsaison in diesem Jahr später als üblich beginnen. „Das Ostergeschäft fällt komplett aus“, sagte der Chef des sächsischen Spargelverbandes, Holger Schöne. Auch auf frische Erdbeeren müssen die Kunden nach Angaben des Bauernverbands noch etwas länger warten. Da selbst in Südeuropa vielerorts eisige Temperaturen herrschen, sind auch von dort keine Lieferungen zu erwarten. Das Wintergetreide hingegen dürfte das verlangsamte Wachstum nach Funkes Einschätzung bis zum Sommer wieder aufgeholt haben.
Der Bundesverband Zierpflanzen hat in den ersten Monaten des Jahres einen deutlichen Absatzrückgang bei Frühlingspflanzen registriert. „Normalerweise geht das Geschäft Ende Februar bis Anfang März richtig los“, sagte Geschäftsführerin Gabriele Harring. Weil in vielen Teilen Deutschlands noch immer strenger Frost herrsche und nicht gepflanzt werden könne, seien bislang viel weniger Frühlingsblüher wie Primeln und Stiefmütterchen verkauft worden als in den Vorjahren.
Ein Drittel mehr Erkrankte in diesem Jahr
Die Auswirkungen des diesjährigen Winters lassen sich bereits mit konkreten Zahlen belegen, teilte die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) am Montag in Hamburg mit. Demnach blieben allein in diesem Januar ein Drittel mehr Arbeitnehmer mit einer Erkältung im Bett als im Januar 2012. Bundesweit wurde insgesamt 38.220 Versicherten der Krankenkasse im Januar 2013 eine Arbeitsunfähigkeit wegen Erkältungskrankheiten bescheinigt, im Schnitt fehlten sie sieben Tage.
BMO mit dpa/epd













