Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) hält trotz Bürgerprotesten an seinen Plänen für das Areal des ehemaligen Flughafens Tempelhof fest. Eine Randbebauung mit Wohnhäusern müsse angesichts des Bevölkerungszuwachses in Berlin möglich sein, sagte Müller am Mittwoch bei einer Diskussionsveranstaltung zur Zukunft des Tempelhofer Feldes.
In der Mitte des Areals will Müller eine Parkfläche erhalten, die mit 230 Hektar etwas größer als der Tiergarten ist. Vielen Berlinern reicht das aber nicht aus: Die Freifläche müsse komplett unbebaut bleiben, forderten sie.
Bessere Infrastruktur mit Gastronomie und Toiletten
Tausende Berliner nutzen das Tempelhofer Feld derzeit als grüne Oase in der Stadt, zum Spazierengehen, Kiten, Skaten oder Joggen. „Viele wünschen sich im Park aber eine Weiterentwicklung“, sagte Müller. Dabei gehe es vor allem um mehr Schatten und eine bessere Infrastruktur mit Gastronomie und Toiletten.
Nach den Plänen des rot-schwarzen Senats sollen auf dem Feld daher Fuß- und Radwege angelegt, rund 1000 Bäume gepflanzt und schattige Plätze eingerichtet werden. Bis 2016 soll außerdem eine drei Hektar große Wasserfläche angelegt werden. Die Gesamtkosten für Arbeiten in der Mitte und am Rand des Areals bezifferte Müller auf 130 Millionen Euro bis zum Jahr 2025.
Protest hauptsächlich wegen geplanter Wohnhäuser
Hauptgrund für den Bürgerprotest sind Pläne, am westlichen, östlichen und südlichen Rand Wohnhäuser zu bauen. Der Senator begründet dies damit, dass Berlins Bevölkerung bis 2030 um rund 250 000 Menschen – quasi einen ganzen Stadtteil – wachse. In Zusammenarbeit mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften seien auch kleine und bezahlbare Wohnungen geplant, betonte Müller.
Die Initiatoren der Bürgerinitiative „100% Tempelhofer Feld“ befürchten allerdings, dass Luxuswohnungen entstehen, wenn der Senat seine Pläne durchsetzen kann. Ein Designerpark sei nicht gewünscht, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Julius Dahms. Das Feld müsse als „Antipark“ so erhalten werden, wie es jetzt genutzt werde.
Umstritten ist zudem der Neubau der Zentral- und Landesbibliothek am westlichen Rand des Feldes. Dafür sind derzeit Kosten von 250 bis 270 Millionen Euro veranschlagt. Kritiker bezweifeln aber, dass das Geld ausreicht.
dpa/oje




