Ein Vater, der seinen Ziehsohn fünf Jahre lang sexuell missbraucht und dabei gefilmt hatte, hat vor dem Berliner Landgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt.

„Ich empfinde höchste Abscheu über meine Taten“, sagte der 34 Jahre alte Koch am Montag im Prozess. Er habe einem Menschen viel Leid zugefügt, der ihn als Vater ansah. Das sei nicht zu verzeihen, meinte der Angeklagte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ziehvater mehr als 230 Fälle von September 2005 bis September 2010 vor. Als der Sohn seiner früheren Lebensgefährtin gerade zehn Jahre alt geworden war, kam es dem Geständnis nach zu den ersten sexuellen Übergriffen.

Videos ins Netz gestellt

Es begann mit einer Art Aufklärungsgespräch, sagte der Angeklagte. Der Minderjährige musste dann verschiedene Sexualpraktiken erdulden.

Der Angeklagte hatte sich in der gemeinsamen Wohnung im Stadteil Treptow und in einem Wochenendhaus in Brandenburg an dem Schüler vergangen. Die Mutter des Jungen war jeweils nicht zu Hause.

Mehr als 200 Mal hatte der Angeklagte den gemeinsamen Sex mit einer Videokamera gefilmt. Einige Dateien hatte der 34-Jährige ins Internet gestellt. Dadurch kam ihm die Polizei auf die Spur.

dpa/mim