Im Fall der verstümmelten Frau in Schöneberg dauern die Ermittlungen an. Es gebe noch keine heiße Spur, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Nach dem Täter werde weiter gefahndet. Die Mordkommission hielt sich bislang mit Aussagen zu Tatdetails zurück, um die Ermittlungen wegen versuchten Mordes nicht zu gefährden. Laut Medienberichten wird nach dem Lebensgefährten der Frau gesucht.
Den Berichten zufolge hatte ein Passant am Dienstag aus einer Erdgeschosswohnung an der Langenscheidtstraße Schreie gehört. Durch ein offenes Fenster habe er die blutüberströmte Frau gesehen, die gefesselt und geknebelt auf einem Stuhl gesessen habe, und die Polizei informiert. In der Wohnung hat sich auch die Tochter aufgehalten. Die Frau soll aus dem Iran stammen.
Auch für Profis kein alltäglicher Einsatz
Den Beamten bot sich ein schreckliches Bild. "Auch für Profis war das kein alltäglicher Einsatz", hieß es am Donnerstag bei der Feuerwehr, die am Dienstag um 17.48 Uhr von der Polizei zum Tatort gerufen wurde. Ein Notarzt versorgte die Wunden der blutüberströmten Frau noch vor Ort. Sie wurde ins Virchow-Klinikum gebracht. Dort musste sie wegen ihrer lebensgefährlichen Verletzungen notoperiert werden.
Die Hintergründe für die Tat liegen weiter völlig im Dunkeln. Die 2. Mordkommission des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes übernommen.
Der Fall erinnert in seiner Grausamkeit an das Familiendrama am 4. Juni 2012 in Kreuzberg. In der Köthener Straße hatte ein 32-Jähriger seiner Frau den Kopf sowie eine Brust abgeschnitten und in den Innenhof geworfen. Die Kinder waren in einem Nebenzimmer. Der Tatverdächtige kommt nächsten Dienstag vor Gericht. Wegen seiner psychischen Erkrankung gilt er als schuldunfähig.
dpa/dapd/nbo




