In der Neuauflage des Prozesses gegen den mutmaßlichen Bombenleger vom Berliner Schillerpark hat der Angeklagte am Mittwoch die Aussage verweigert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 46-jährigen Kraftfahrzeugmechaniker versuchten Mord aus Heimtücke vor.
Beim Rohrbombenanschlag im Stadtteil Wedding wurde im August 2011 ein 58-jähriger Berliner schwer verletzt. Der Gärtner hatte sich während eines Spaziergangs auf eine Bank gesetzt und eine neben ihm liegende Plastiktüte geöffnet. Metallteile zerstörten sein linkes Auge.
Nach Angaben von Gerichtssprecher Tobias Kaehne gehen die Ermittler nicht von einem politischen Motiv aus. Offenbar habe der Mann Tötungsvorstellungen ausleben wollen. Auf dem Computer des Angeklagten sei entsprechendes Material gefunden worden.
Dem Berliner werden zwei weitere Anschläge vorgeworfen, bei denen zum Glück niemand verletzt wurde. Eine Bombe detonierte im Juni 2007 im Weddinger Dohnagestell. Im Mai 2011 hatten Spaziergänger am Spandauer Schifffahrtskanal eine verdächtige Tüte entdeckt und die Polizei alarmiert.
Der Kraftfahrzeugmechaniker sitzt seit seiner Festnahme vom Mai 2011 in Untersuchungshaft. Auch in den ersten Prozessanläufen hatte der Mann geschwiegen. Zweimal musste das Verfahren wegen Erkrankungen ausgesetzt werden.
dpa/bee




