Jedes dritte Kleinkind in Berlin wächst in Armut auf, doch ihre Zahl ist laut einer Studie seit 2008 rückläufig. Die Armutsquote der Kinder unter drei Jahren sank in der Hauptstadt im Vergleich zum Vorjahr von 36,3 Prozent (35.300) auf 34,3 Prozent (33.700), bundesweit liegt sie nur bei 18,2 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Bertelsmann Stiftung hervor. Auch die Zahl aller armen Kinder bis 15 Jahre verharrt in Berlin auf hohem Niveau. Etwa 168.000 von rund 500.000 Kindern gelten hier als arm.

Damit schneidet Berlin im Ländervergleich am schlechtesten ab. Doch in drei Großstädten gibt es noch mehr arme Kleinkinder. Den Rekord hält Gelsenkirchen. Dort wachsen 40,5 Prozent der unter Dreijährigen in Familien auf, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Es folgen Halle mit 38,1 und Essen mit 34,4 Prozent.

Seit 2008 hat sich die Kinderarmut in Berlin um nahezu ein Siebtel verringert: Die Quote sank von 39,9 Prozent auf 34,3 Prozent. Das entspreche dem bundesweiten Rückgang, hieß es. Andere ostdeutsche Großstädte konnten bei der Bekämpfung der Kinderarmut noch deutlich größere Erfolge erzielen als Berlin. So verbesserte sich die Quote in Rostock von 39,4 auf 30,3 Prozent und in Erfurt von 40,9 auf 31,1 Prozent.

Auch im Vergleich der Millionenstädte steht Berlin vergleichsweise schlecht da: In Hamburg wachsen laut Studie 22 Prozent der Kleinkinder in Familien auf, die Hartz-IV-Leistungen beziehen, in Köln 22,9 Prozent. Die anteilig wenigsten Kinder (11,8 Prozent) leben in München in Bedarfsgemeinschaften.

dpa/bee