Ein 20 Jahre alte Vietnamese ist nach einem Angriff durch eine Gruppe Unbekannter seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Das erfuhr Morgenpost Online aus Sicherheitskreisen.

Aus Polizeikreisen verlautete, dass der Schädel des Opfers durch zahlreiche Tritte gegen den Kopf so schwer geschädigt wurde, dass der junge Mann für tot erklärt werden musste.

Wie berichtet war der betrunkene 20-Jährige in der Nacht zum Sonntag gegen 4 Uhr an der Rathausstraße unweit des Alexanderplatzes zunächst von einem Mann von einem Stuhl getreten und anschließend niedergeschlagen worden. Wenig später sollen mindestens sechs Personen auf ihn eingeschlagen und ihn getreten haben.

Als die Freunde des Opfers die Polizei und Feuerwehr alarmierten, war der 20-Jährige bereits tot. Den Rettungskräften gelang es, das Opfer noch an Ort und Stelle zu reanimieren und danach in ein Krankenhaus zu transportieren. Die Diagnose der Ärzte war für die Angehörigen und Freunde niederschmetternd: Die Mediziner gaben dem Opfer keine Überlebenschance.

Henkel verurteilt Attacke

Die Polizei hat inzwischen Hinweise darauf, dass sich die Tätergruppe vor der Schlägerei in einem Club am Alexanderplatz aufgehalten hat. Dort wird intensiv ermittelt. Zudem haben Experten der Spurensicherung am Sonntagvormittag den Tatort untersucht, die Auswertungen dauern noch an.

Die 1. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen, Hinweise von Zeugen nehmen die Beamten unter der 4664 911 100 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen. Die Chancen, die Täter zu bekommen, stünden nach Einschätzung eines Polizeibeamten nicht schlecht.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hat den brutalen Übergriff auf den 20-Jährigen scharf verurteilt. „Hier ist eine rote Linie weit überschritten, wenn ein Mensch in unserer Stadt solch unfassbarer Gewalt ausgesetzt ist“, teilte der CDU-Politiker am Montag mit. „Das geht mir nicht nur als Politiker, sondern auch als Familienvater unter die Haut. Wir setzen alles daran, dass diese Verbrecher schnell gefasst und dann hoffentlich so lange wie möglich weggesperrt werden.“ Bei solch einer Tat dürfe es nicht die geringste Nachsicht geben. „Wer soviel Leid über andere bringt, der darf nicht darauf setzen, dass Gesellschaft und Justiz Verständnis aufbringen.“

Wowereit sagt Tätern den Kampf an

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat den Tätern den Kampf angesagt. „Die Ermittlungsbehörden werden alles tun, um diese abscheuliche Gewalttat aufzuklären und die Täter festzunehmen,“ wird der SPD-Politiker nach dem Tod des 20-Jährigen zitiert.

Er rief alle Bürger, die Hinweise zum Verbrechen geben könnten, dazu auf, sich bei der Polizei zu melden. „Niemand darf wegschauen, wenn sie Zeugen solcher Taten werden.“ Berlin werde sich niemals mit brutaler und sinnloser Gewalt abfinden.

Tourismus-Chef sieht Image Berlins nicht gefährdet

Der Chef des Berliner Tourismusverbandes Visit Berlin, Burkhard Kieker, sieht das Image Berlins nach den Gewaltattacken nicht grundlegend beschädigt. „Das sind Erscheinungen einer Großstadt“, sagte Kieker. Er sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Dieses Gewaltdelikt ist schockierend. So etwas darf in Berlin nicht passieren“, hieß es in einer Mitteilung der Tourismusgesellschaft.

Kieker sagte, damit sich die Menschen in der Hauptstadt weiter sicher fühlen können, müssten solche brutalen Übergriffe „mit den polizeilichen Mitteln einer Großstadt bekämpft, verfolgt und geahndet werden“. So nehme das Image Berlins keinen Schaden, betonte Kieker.

dpa/BMO