Die Zahl der Hinweise zur Entführung eines Managers in Storkow (Oder-Spree) ist auf 261 gestiegen. Nach der TV-Sendung „Täter, Opfer, Polizei“ am Sonntagabend im Rundfunk Berlin-Brandenburg meldeten sich Zuschauer zum Täter, den Orten und auch zu dem auffälligen Kajak, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Potsdam. „Eine heiße Spur ist nicht dabei.“

Unterdessen ging die Suche rund um den Großen Storkower See weiter. Erneut waren rund 200 Beamte auf Spurensuche und befragten Bürger. Die Besatzung eines Hubschraubers suchte aus der Luft die Gegend ab, wo der Berliner Geschäftsmann von einem bewaffneten Mann am 5. Oktober verschleppt worden war. Das 51-jährige Opfer konnte sich selbst befreien.

Ein bislang unbekannter Verbrecher hatte am 5. Oktober in der Nähe von Storkow einen Berliner Unternehmer entführt und auf einer Schilfinsel am Großen Storkower See festgehalten, um Geld zu erpressen. Der Geschäftsmann konnte sich zwei Tage nach seiner Entführung selbst befreien.

Bei dem Täter handelt es sich möglicherweise um denselben Mann, der bereits im vergangenen Herbst in der Region südöstlich von Berlin die Unternehmerfamilie Pepper angegriffen hatte. In beiden Fällen wurde offenbar dieselbe Schusswaffe verwendet. Das hatten Untersuchungen des Bundeskriminalamtes bestätigt. Die Untersuchungen des Landeskriminalamtes im Hinblick auf DNA-Spuren dauern noch an. Die Spuren sollen auch mit den Erkenntnissen aus dem Fall Pepper abgeglichen werden.

Paddelboot könnte zum Täter führen

Die Polizei hatte frühzeitig die Bevölkerung um Hinweise zu der Entführung gebeten. Inzwischen gebe es auch einige Hinweise zu dem gelbroten Paddelboot, das der Täter offenbar bei der Entführung des Unternehmers benutzte und das aus dem Jahr 2004 stammt. Der Täter hatte sein Opfer vermutlich an einem Kajak durch den Großen Storkower See gezogen und zu der Schilfinsel gebracht. Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zur Herkunft oder zu den Besitzern des Bootes machen können. Das Boot kann laut Polizei früher auch auf anderen Seen der Region wie dem Scharmützelsee und dem Großen Glubigsee im Einsatz gewesen sein.

Der gesuchte Täter ist 25 bis 50 Jahre alt, 1,70 bis 1,85 Meter groß, durchtrainiert und Rechtshänder. Er spricht Deutsch ohne Akzent. Hinweise nimmt die Polizei unter 0331-2833115, anonym per Anrufbeantworter unter 0335-40070333 oder per E-Mail unter mordkommission-ffo@web.de entgegen.

dpa/dapd/ap