Nach dem gewaltsamen Tod von zwei Berliner Seniorinnen muss sich seit Mittwoch der mutmaßliche Doppelmörder Mustafa S. vor dem Landgericht verantworten. Der 39-Jährige verweigerte zum Auftakt die Aussage. „Er wird schweigen“, sagte Verteidiger Dirk Lammer. Die Staatsanwaltschaft wirft dem spielsüchtigen und hoch verschuldeten Angeklagten vor, die Rentnerinnen im Alter von 82 und 85 Jahren in ihren Wohnungen in Wilmersdorf und Reinickendorf erwürgt und ausgeraubt zu haben.
Die Frauen starben im August 2010 und im Februar 2012. Die Beute waren insgesamt 25 Packungen Zigaretten, wertvoller Schmuck und 2700 Euro. Laut Anklage mordete der Mann aus Habgier. Er soll die Frauen mit einem „Unterarm-Würgegriff“ getötet haben, um ungestört ihre Wohnungen zu durchsuchen. Laut Kriminalstatistik starben allein im Vorjahr in Berlin 51 Menschen durch Mord oder Totschlag.
DNA-Spuren führten zum Tatverdächtigen
Der mutmaßliche Täter war Ende Februar 2012 festgenommen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft. Laut Gericht führten DNA-Spuren, die beim zweiten Opfer sichergestellt wurden, zu dem mutmaßlichen Täter. Sein genetischer Fingerabdruck war bei den Ermittlungsbehörden bereits gespeichert. Er wurde schon viermal zu Geldstrafen verurteilt, so wegen Hehlerei und Verstößen gegen das Waffengesetz.
Der Tod des ersten Opfers 2010 wurde am ersten Prozesstag nicht näher beleuchtet. Nach Angaben eines Gerichtssprechers hat der 39-Jährige in früheren Vernehmungen diese Tat bislang abgestritten. Die Frau soll er aber gekannt haben.
Er habe aber zugegeben, im Februar bei der zweiten Seniorin in deren Wohnung gewesen zu sein, wo er gewalttätig geworden sei. Den Vorsatz der Tötung habe er aber zurückgewiesen. Er soll Handwerkerarbeiten vorgegaukelt haben, um sich Zutritt zu verschaffen. Diese Rentnerin soll er aber nicht näher gekannt haben.
Ein Kriminalbeamter berichtete als Zeuge, zunächst habe der Tod der 85-Jährigen natürlich ausgesehen. Sanitäter hätten noch versucht, die Frau zu reanimieren. Die Wohnung sei nicht durchwühlt gewesen. Erst als klar wurde, dass die Geldbörse des Opfers sowie in der Wohnung verstecktes Bargeld fehlten sowie die Schublade mit dem Schmuck leer war, habe man ein Verbrechen vermutet. Dies habe dann auch die Obduktion bestätigt.
dpa/sei




