Noch in diesem Jahr werden laut Bildungsverwaltung etwa 1000 neue Kitaplätze entstehen. Seit Juli können sich die Träger um Fördergelder aus dem Landesprogramm zum Ausbau der Plätze bewerben. Und bereits jetzt sind mehr Anträge gestellt worden, als Geld zur Verfügung steht.

Insgesamt sind 100 Bewerbungen um Förderung beim Senat eingegangen. Beantragt wurden Mittel für Baumaßnahmen und Startgelder in Höhe von 16 Millionen Euro. Aber nur vier Millionen können in diesem Jahr vergeben werden.

Die ersten Bewilligungen sollen laut Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in dieser Woche verschickt werden. Wer leer ausgeht, kann auf eine zweite Chance im kommenden Jahr hoffen – dann sollen noch einmal 16 Millionen Euro verteilt werden.

Bis Ende 2013 sollen 3200 Kitaplätze geschaffen werden, bis 2015 sollen es insgesamt 11.000 sein. Der Ausbau ist dringend nötig, denn in vielen Bezirken gibt es zu wenig Kitaplätze – und ab dem kommenden Jahr haben die Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz schon ab dem ersten Lebensjahr ihrer Kinder.

Erste Plätze schon in den nächsten Tagen

Allerdings befanden sich nur ein Drittel der jetzt beantragten Maßnahmen in Regionen, die unter die höchste Dringlichkeitsstufe fallen. Erste Priorität bei der Bewilligung der Fördergelder hat der Kitaausbau in Regionen, die derzeit eine Unterausstattung haben und künftig mit steigenden Kinderzahlen rechnen.

Dazu gehören laut Bedarfsatlas der Bezirke beispielsweise weite Teile von Tempelhof-Schöneberg, Neukölln, Steglitz-Zehlendorf, Lichtenberg, und Treptow-Köpenick. Ein Bedarf wird auch dann zugestanden, wenn es aktuell nicht genügend Plätze gibt, aber ein Rückgang der Geburten zu erwarten ist.

Die größten Chancen auf Fördergelder haben derzeit Träger, die mit wenig Aufwand viele Plätze schaffen. Dazu gehören vor allem die Elterninitiativkitas. Sie können vergleichsweise schnell und unbürokratisch Startgelder in Höhe von 1000 Euro pro Platz erhalten. Große Neubauprojekte hingegen sollen eher auf das kommende Jahr verschoben werden, wenn mehr Zeit für die Planung vorhanden ist.

Die ersten neuen Plätze werden schon in den nächsten Tagen zur Verfügung stehen. Viele Träger sind in Vorleistung gegangen, denn das Landesprogramm startete einen Monat später als geplant. So musste etwa die Kita Kleine Monster AG in Britz den Eröffnungstermin mehrfach verschieben.

Probleme bei der Immobiliensuche

In dieser Woche kann die Elterninitiative auf einen positiven Bescheid hoffen. „Für uns kommt das in aller letzter Minute“, sagt Kita-Gründerin Juliane Menzel. Jetzt müssen noch schnell die Feuertreppe und die Küche gebaut werden. In zwei Wochen soll die Kita eröffnet werden.

Die Vertreter der freien Träger mahnten am Montag vor allem eine zügige Bearbeitung bei allen beteiligten Behörden von der Bauaufsicht bis zur Feuerwehr an. Zudem dürfe der Bedarfsatlas nicht zu starr angewandt werden.

„Die jungen Familien sind mobil und ziehen häufig um“, betonte Oswald Menninger, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Deshalb müsse der Bedarfsatlas immer wieder neu angepasst werden.

Die größte Schwierigkeit besteht derzeit bei den Trägern darin, Grundstücke oder Immobilien für Kitas zu finden. Die Liegenschaftspolitik sei es immer noch, die landeseigenen Immobilien gewinnbringend zu vermarkten. Soziale Träger hätten da das Nachsehen, so Menninger.