Berlin

Anschläge auf Haus und Büro von Linken und SPD verübt

In Berlin wurden das Wohnhaus eines Linke-Bezirksverordneten in Adlershof und das Parteibüro der SPD in Oberschöneweide Ziel einer Attacke.

Anschläge mit offenbar politischem Hintergrund häufen sich in Berlin. Am frühen Mittwochmorgen wurde das Wohnhaus eines Bezirksverordneten der Linken in Treptow-Köpenick angegriffen. Kurz zuvor wurde bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen ein Parteibüro der SPD in Oberschöneweide attackiert, wie die Polizei mitteilte. Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) verurteilte die Anschläge, die vermutlich auf das Konto von Rechtsextremisten gehen, ebenso wie der Berliner Linke-Chef Klaus Lederer.

Kolat sagte den betroffenen die weitere Unterstützung des Senats im Engagement gegen Rechtsextremismus zu. „Wir stehen an der Seite derer, die Rechtsextremismus in unserer Stadt bekämpfen“, erklärte die Senatorin. „Jeder Übergriff von Neonazis ist ein Ansporn, das bürgerschaftliche Engagement gegen Rechtsextremismus noch zu verstärken.“ Kolat erinnerte gleichzeitig an die Übergriffe von Rostock-Lichtenhagen, die heute vor 20 Jahren begannen: „Die Ereignisse von damals mahnen bis heute: Niemand darf wegschauen. Fremdenhass und rechtsextreme Gewalt haben in Berlin keinen Platz.“

Am Wohnhaus des Linken-Politikers Hans Erxleben wurde in der Steinbachstraße in Berlin-Adlershof ein Briefkasten zerstört, zudem wurde eine Fensterscheibe eingeschlagen. Wodurch die Detonation in dem Briefkasten hervorgerufen wurde, wird noch untersucht. Lederer verurteilte den Anschlag. Er zeige die Gefährdung von couragiert gegen Rechtsextremismus auftretenden Menschen. Erxleben engagiere sich seit Jahren als Sprecher des Bündnisses für Demokratie und Toleranz in Treptow-Köpenick außerordentlich gegen Rechts.

In der Siemensstraße in Oberschöneweide schlug ein Unbekannter mit einer Eisenstange von der gegenüberliegenden Baustelle gegen die Türscheibe eines SPD-Büros und beschädigte sie schwer. Bereits am Montag war eine Scheibe an demselben Parteibüro „AnsprechBar“ in der Siemensstraße eingeschlagen worden. Die Jusos vermuten hinter der Tat rechtsextremistische Täter.

Der polizeiliche Staatsschutz ermittle in beiden Fällen wegen eines vermuteten politischen Hintergrundes, hieß es.