Das Guggenheim Lab hat aus Sicht der Initiatoren großen Zuspruch erfahren. „Sehr verschiedene Menschen haben das Lab besucht, darunter Anwohner, die schon seit etlichen Jahren in Prenzlauer Berg leben“, sagte Kuratorin Maria Nicanor. Es sei gelungen unterschiedliche Ansichten zusammenzubringen und einen Dialog darüber zu beginnen, obwohl die mobile Denkfabrik anfangs umstritten war und sogar der ursprünglich gewünschte Standort in Kreuzberg aufgegeben werde musste. Anwohner hatten befürchtet, dass ihr Viertel durch das Labor aufgewertet und damit für die bisherigen Mieter zu teuer werden könnte.
„Wie eine kostenlose Sommeruniversität“
Im Leichtbau-Labor im idyllischen Hinterhof des Kulturzentrums Pfefferberg bot das fünfköpfige Expertenteam ein buntes Potpourri unterschiedlichster Veranstaltungen: Fahrradkurse für Frauen und Tai-Chi, Spiele und Selbsterfahrung, Roboter bauen und Kaffeeröster basteln, aber auch Diskussionen um die Zukunft des verlotterten Berliner Publikumsmagneten Checkpoint Charlie, Vorträge zur Mitmach-Demokratie und ein Langzeitprojekt zur Erfassung ungenutzter Räume in der Stadt. „Wie eine kostenlose Sommeruniversität im Kleinen“, sagte Nicanor. Daneben standen Radfahrkurse auf dem Programm: „Einer Frau haben wir sogar das Fahrradfahren beigebracht“, so Lab-Team-Leiterin Rachel Smith.
Für den italienischen Wissenschaftler Carlo Ratti vom Massachusetts Institute of Technology (USA), der Kurse über die Wechselwirkung zwischen Architektur und Mensch anbot, war der Protest im Nachhinein das Beste: „Er hat gezeigt, wie drängend die Zukunftsfragen unserer Städte wirklich sind.“
Wowereit sieht Erwartungen erfüllt
Auch nach Ansicht des Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) war das Guggenheim Lab ein Erfolg. Die an das Projekt gestellten Erwartungen hätten sich voll erfüllt, so Wowereit. „Berlin ist eine innovativ orientierte Metropole und für Debatten über urbanes Leben und die Zukunft der Städte ein idealer Ort.“
Zudem verteidigte Lab-Team-Leiter Carlo Ratti die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner BMW erneut: Der Autokonzern habe sich im Hintergrund gehalten. Vertreter der Firma seien selbst nie vor Ort gewesen, sagte der italienische Architekt.
Nach Angaben einer Sprecherin kamen mehr als 24.000 Menschen zu den insgesamt 300 Veranstaltungen ins Lab. Im Schnitt waren das 570 Menschen täglich. In New York waren es im vergangenen Jahr rund 800 Besucher pro Tag. Das auf sechs Wochen angelegte Projekt endet am Sonntag (29. Juli) mit einem großen Abschlussfest.
dpa/dapd/cs




