Berlin ist im Sommer bei Touristen aus aller Welt beliebtes Reiseziel. „Hauptreisemonat ist der August“, sagte der Geschäftsführer der Tourismus Werbegesellschaft VisitBerlin, Burkhard Kieker, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Das würde man für ein Seebad an der Ostsee erwarten, aber nicht für die deutsche Hauptstadt. Gerade Besucher aus Südeuropa schätzten Berlin im Sommer für einen Städtetrip.“ Die Tourismuswerber rechnen erneut mit einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt könnte übers Jahr gesehen sogar die 24-Millionen-Marke bei den Übernachtungen geknackt werden. 2011 waren bereits mehr als 22 Millionen Übernachtungen erreicht worden. In diesem Jahr sei eine erneute Steigerung von zwischen 5 bis 10 Prozent durchaus drin, sagte Kieker.

Begünstigt werde die Entwicklung auch durch das niedrige Preisniveau. „Berlin ist nach wie vor eine Weltstadt, die nicht viel kostet. Hier bekommt man für einen Drittel des Preises von London die volle Packung Urbanität“, betonte Kieker.

Die über 100 Baustellen im Innenstadtbereich sehen die Tourismuswerber gelassen: „Das zeigt doch auch die Dynamik in dieser Stadt.“ Sie beeinträchtigen den Tourismus in der Hauptstadt nach Kiekers Einschätzung kaum. Gerade die Touristen aus dem Ausland interessiere das wenig. Das Gejammere darüber sei nur wieder eine für Berlin „typische Nabelschau“, betonte Kieker. Man müsse das Problem auch im internationalen Vergleich betrachten. Er kenne keine Stadt in der Welt, wo es noch so entspannt zugehe. „In Mexico City steht man beispielsweise täglich im klimatisierten Auto stundenlang im Stau.“

Leidtragende der vielen Baustellen seien zwar vereinzelt Hotels und Gaststätten wie am Boulevard Unter den Linden. Aber auch dort dürfe nicht vergessen werden, dass man langfristig von dem U-Bahn-Bau profitieren werde. Die neue Strecke vom Alexanderplatz bis zum Hauptbahnhof soll 2019 eröffnet werden.

Nach den jüngsten Zahlen der Tourismuswerber erhöhte sich die Zahl der Übernachtungen in Berlin von Januar bis April um 12,7 Prozent und die der Gäste um 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Vor allem bei Besuchern aus dem Ausland sind zweistellige Zuwachsraten verzeichnet worden“, betonte Kieker. Insgesamt wurden mehr als drei Millionen Gäste und fast sieben Millionen Übernachtungen registriert.

dpa/tj