Nach einer lebensgefährlichen Messerstecherei auf dem U-Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin hat sich der Angeklagte am Dienstag auf Notwehr berufen. „Ich hatte einfach Todesangst, ich wusste mir nicht anders zu helfen“, sagte der 20-Jährige im Prozess vor dem Berliner Landgericht. Seiner Version nach war der Mann nach einem Streit und gegenseitigen Beleidigungen in der U-Bahn von zwei jungen Männern angegriffen und geschlagen worden.
Der Berliner war nach der Messerstecherei in der Nacht zum 15. Juli 2011 im U-Bahnhof Zoologischer Garten weggerannt. Er habe nicht gewusst, ob er den Mann tatsächlich getroffen hatte, sagte der Angeklagte. Er habe in Panik irgendwie in seine Richtung agiert.
Das Opfer erlitt durch die vier Messerstiche schwere Verletzungen im Brustbereich und an einem Lungenflügel. Notärzte retteten das Leben des Malers und Lackierers. Nach Angaben des 21-Jährigen hatte es in der Bahn Streit und Pöbeleien gegeben. Der Angeklagte habe herumkrakelt und wollte sich offenbar vor seinen Freunden profilieren.
Auf dem Bahnhof sei es zu einer Schlägerei gekommen, erinnerte sich der 21 Jahre alte Zeuge. Der Angeklagte habe sein Messer gezogen und zugestochen. „Ich hatte Todesangst, ich dachte ich muss sterben“, sagte das Opfer am Rande des Prozesses. Der Mann lag eine Woche im Krankenhaus und fährt seit dem Vorfall nicht mehr mit der U-Bahn.
dpa/sei


