Mobile Kühlcontainer sollen dafür sorgen, dass die Computer im Rechenzentrum der größten Polizeibehörde Deutschlands nicht heiß laufen. Im Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke in Tempelhof, versprach Katja Cwejn, Sprecherin der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) am Freitag, sollen die Geräte jetzt „kurzfristig“ zum Einsatz kommen. Die landeseigene BIM hat das Gebäude an die Polizei vermietet.

Hintergrund ist, dass in dem Schreiben an die BIM, das der Berliner Morgenpost vorliegt, die Polizeibehörde in der vergangenen Woche eindringlich auf die mangelnde Kälteversorgung der Technikräume hingewiesen hatte. Schlimmstenfalls hätten die Probleme mit der Kältetechnik im Rechenzentrum einen Ausfall des Notrufs 110 verursachen können.

„Das Problem ist uns bekannt und wir haben uns am Donnerstag mit allen Beteiligten zusammengesetzt, um eine Lösung zu finden“, sagte die Sprecherin der BIM. Selbstverständlich werde die Vermieterin die Kosten der Kühlcontainer übernehmen, betonte Katja Cwejn. „Die Kosten dafür können wir noch nicht beziffern“, so Cwejn weiter. Schließlich wolle die Polizei selbst die geeigneten Geräte besorgen.

Die Kälteversorgung im Rechenzentrum ist bereits seit Jahren problematisch. Im Sommer 2011war es laut Polizeiverwaltung zu einer massiven Überhitzung in den Servern gekommen. Die Folge war eine größere Störung der Leitstellentechnik. Der systematische Einsatz von Streifenwagen war infolge der Störung vorübergehend nicht mehr beherrschbar.

Nach Angaben der BIM-Sprecherin sollen die Notfall-Kältegeräte lediglich eine Übergangslösung darstellen. „Langfristig werden wir die gesamte Anlage austauschen müssen“, sagte Cwejn.

Die Polizeiverwaltung hat in dem am Mittwoch voriger Woche verfassten Brief deshalb um die Prüfung einer freihändigen Auftragsvergabe gebeten. Angesichts der Dringlichkeit sei dies unumgänglich. Dieser Forderung erteilte die BIM-Sprecherin jedoch eine Absage: „Der Austausch der Anlage wird mindestens eine Million Euro kosten. Bei solchen Summen ist eine öffentliche Ausschreibung der Aufträge zwingend vorgeschrieben“, sagte Cwejn. Die BIM müsse sich schließlich an die Vergaberichtlinien des Landes halten. Die BIM verwaltet die Dienstgebäude der Berliner Verwaltung, der Finanzämter, Gerichtsgebäude und berufsbildende Schulen sowie die Immobilien der Berliner Polizei und Feuerwehr.