Vor dem Auftakt der Fußball-Europameisterschaft an diesem Freitag hat die Berliner Polizei etwa 60 bekannte Hooligans aufgesucht. Die sogenannten Gefährderansprachen sollen signalisieren: Leute, wir haben Euch im Auge und wollen Gewalt in Fußballstadien eindämmen. Die Hooligans waren früher bereits mit gewalttätigen Aktionen aufgefallen.

„Der Gewalt in Stadien muss die Spitze genommen werden“, sagte Innen-Staatssekretär Bernd Krömer (CDU) am Dienstag nach der Senats-Pressekonferenz. Bei den drei Hauptstadt-Fußballclubs Hertha BSC, 1. FC Union und Dynamo Berlin gibt es nach Angaben Krömers etwa rund 1100 gewaltbereite (Kategorie B) und rund 150 gewaltsuchende (Kategorie C) Fans, die Hälfte davon unter den Unions-Anhängern.

Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte im Senat Ergebnisse der Innenministerkonferenz aus der vergangenen Woche vorgestellt. Zuletzt war es beim Relegationsspiel zwischen Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf am 15. Mai zu chaotischen Szenen und Gewaltausbrüchen gekommen, als Fortuna-Fans zwei Minuten vor dem Abpfiff das Spielfeld stürmten.

Die Innenminister verlangten von den Fußball-Vereinen, konsequenter gegen gewalttätige und -bereite Fans vorzugehen, die Möglichkeiten der Videoüberwachung und die Schulung der Ordner zu verbessern. „Der Kuschelkurs muss vorbei sein“, hatte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) betont.

Krömer kündigte an, dass auch die Deutsche Fußball Liga mit im Boot sei, wenn es darum gehe, Gewalt in Stadien zu unterbinden. So könnten die Fußball-Ligisten ihre TV-Einnahmen auch zum Teil für eine Unterstützung von Fan-Projekten einsetzen, so der Staatssekretär.

dpa/tj