Ermittlungen

Tödliche Schüsse in Neukölln – Zustand der Verletzten stabil

Der Zustand der beiden lebensgefährlich verletzten Begleiter des erschossenen Burak B. konnte inzwischen stabilisiert werden.

Im Fall des in der Nacht zu Gründonnerstag erschossenen Burak B. (22) in Neukölln stehen die Beamten der ermittelnden 6. Mordkommission noch immer ohne einen Ermittlungsansatz da. "Wir haben überhaupt keinen Hinweis auf irgendein Motiv", sagte ein Ermittler am Ostermontag. Wie berichtet hatte ein bislang Unbekannter Donnerstagfrüh gegen 1.15 Uhr an der Rudower Straße auf den jungen Mann sowie vier seiner Freunde im Alter von 16 und 17 Jahren gefeuert. Burak B. erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus. Zwei weitere Jugendliche waren lebensgefährlich verletzt. Ihr Zustand hat sich inzwischen stabilisiert. Von dem Täter liegt nur eine vage Beschreibung vor.

Angehörige der Bereitschaftspolizei wurden am Montag nochmals an den Tatort und die nähere Umgebung geschickt, um Anwohner und mögliche Zeugen zu befragen und vielleicht durch Zufall auf eine bislang noch nicht entdeckte Spur zu stoßen. Bisher waren 25 Hinweise eingegangen, eine heiße Spur hat sich daraus allerdings bislang nicht ergeben.

Indes reißt die Anteilnahme an dem Tod des jungen Mannes nicht ab. Das Blumenmeer an der Stelle des Tatorts wird von Tag zu Tag größer, daneben stehen Kerzen, liegen Zeitungsausschnitte. Und viele Pappschilder mit immer den gleichen Worten: "Wir werden Dich nicht vergessen."

Die tödlichen Schüsse hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Auch deshalb, weil dieses mysteriöses Verbrechen bislang kein ersichtliches Motiv bietet. Gerüchte, wonach in Berlin Terroristen aus der Neonazi-Szene am Werk sein könnten, werden von der Leitung des Landeskriminalamts bislang zurückgewiesen. Man könne zwar einen solchen Hintergrund niemals ausschließen, allerdings gebe es dafür nicht den geringsten Hinweis, hieß es von offizieller Seite.

Freunde des getöteten 22-Jährigen berichteten, dass er kürzlich eine Beziehung mit einer jungen Frau beendet habe. "Vielleicht gibt es Familienangehörige oder Bekannte, die wegen dieser Sache Rache nehmen wollten", so ein junger Mann.

Hinweise zu dem gesuchten Mann, der zum Tatzeitpunkt mit einer grün-schwarzen Kapuzenjacke mit Reißverschluss bekleidet war, nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

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