Nahverkehr

Bahn glaubt nicht an Übernahme der Berliner S-Bahn

Bahnchef Grube kann sich nicht vorstellen, "dass sich Berlin ein Investment in neue Züge von zwei Milliarden Euro leisten kann".

Bahnchef Rüdiger Grube glaubt nicht, dass ihm das Land Berlin den Betrieb der S-Bahn abnimmt. „Ich kann mir im Moment schwer vorstellen, dass sich Berlin ein Investment in neue Züge von zwei Milliarden Euro leisten kann“, hatte Grube vor einigen Tagen bei der Vorstellung der neuen Strategie seines Unternehmens betont. „Das wird zumindest eine große Debatte und für Herrn Müller als Verkehrssenator eine große Herausforderung.“

Zwei Milliarden Euro würde es nach einer Schätzung des Bundes kosten, den gesamten Fuhrpark zu erneuern. Der Senat rechnet bei einer Komplettvergabe des S-Bahn-Betriebs für zehn Jahre mit Kosten von 1,8 Milliarden Euro für neue Züge. Im Gespräch ist auch, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) neben Bussen, Trams und U-Bahnen auch die S-Bahn betreiben.

Im Moment ist die S-Bahn in der Hand eines Tochterunternehmen des bundeseigenen Bahnkonzerns. Sie steckt nach technischen Problemen, Wartungsmängeln und Managementfehlern seit knapp drei Jahren in der Krise. Der Vertrag mit der Bahn läuft 2017 aus.

Verkehrssenator Michael Müller (SPD) erwägt deshalb neben einer Direktvergabe an die BVG, einen Teil des Betriebs auszuschreiben und neue Züge anzuschaffen, die der Gewinner übernehmen könnte. Nach seinen Angaben würde das bis zu 1,2 Milliarden Euro kosten.