Im Fall des tödlich verletzten Babys aus Berlin-Pankow schweigt der dringend tatverdächtige Vater Andreas S. weiter. „Der 42-Jährige wird des schweren Kindesmissbrauchs mit Todesfolge beschuldigt“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Montag. An dem nur fünf Monate alt gewordenen Mädchen gebe es deutliche Spuren „stumpfer Gewalt gegen die linke Gesichtshälfte“. Der Vater sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft.

Das Baby war am Sonntag seinen schweren Verletzungen erlegen. Das genaue Ergebnis einer Obduktion sollte am Montagnachmittag vorliegen. Krankenhausärzte hatten zuvor unter anderem eine massive Hirnschwellung diagnostiziert.

Die Eltern hatten den Säugling in der Nacht zu Mittwoch in eine Klinik gebracht. Schon da war das Kind nicht mehr ansprechbar. Nach bisherigen Erkenntnissen war die 26-jährige Mutter zur Tatzeit nicht zu Hause. Dennoch wird auch sie der schweren Kindesmisshandlung beschuldigt. Sie ist derzeit auf freiem Fuß. Nach Aussage des Jugendamts war die Familie bislang nicht auffällig.

Nachbarn bemerkten nichts

Das Paar lebt seit etwa einem halben Jahr in einer ruhigen Neubausiedlung am Gewanneweg in Karow. Nachbarn wollten sich zu dem schrecklichen Vorfall nicht äußern. Andere Bewohner reagierten überrascht und bestürzt, als sie von dem Vorfall erfuhren. Auffälligkeiten habe es nicht gegeben. Auch dem Jugendamt war die Familie bislang nicht bekannt gewesen.

Andreas S. arbeitet als Prokurist bei einem Unternehmen für Bautechnik in Schöneberg. Ivonne S. soll ebenfalls berufstätig sein und in einem Warenhaus arbeiten. Noch im Januar hatte der 42-Jährige per Internetanzeige nach einem Kindermädchen gesucht, das das berufstätige Paar entlasten sollte.

Am vergangenen Freitag hatte Ivonne S. die gemeinsame Wohnung in Karow verlassen, offenbar, um die letzten Tage bei ihrer Tochter im Krankenhaus zu verbringen. Am Sonntag kehrte sie in die Wohnung zurück.

dpa/BMO/nbo