Insolvente Drogeriekette

Familie Schlecker lebt monatlich von 70.000 Euro

Der Schlecker-Gründer haftet mit seinem Privatvermögen für die Pleite der Drogeriekette. Doch mittellos ist seine Familie deshalb lange nicht.

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Anton Schlecker, dem Gründer der insolventen Drogeriekette, bleibt nach einem Medienbericht noch ein stattliches Vermögen. Schlecker haftet als eingetragener Kaufmann zwar mit seinem Privatvermögen für die Pleite. Allerdings verfügten seine Angehörigen über eigene Vermögenswerte , die zu großen Teilen nicht zur Insolvenzmasse zählen, berichtet das „Manager Magazin“.

Kenner der Familie schätzten, dass den Schleckers monatlich etwa 70.000 Euro zum Leben bleiben, heißt es in dem Bericht weiter. Demnach besitzt Ehefrau Christa unter anderem das Privatanwesen in Ehingen. Die Kinder Lars und Meike Schlecker wiederum seien Eigentümer der Ehinger Logistikfirma LDG, die in guten Jahren einen Umsatz von rund 35 Millionen Euro erzielt habe.

Unterdessen geht das Ringen um eine Transfergesellschaft für die 11.000 von Entlassung bedrohten Schlecker-Beschäftigten in eine entscheidende Runde . Vertreter der Bundesländer wollen in Berlin erneut über die dafür notwendige Bürgschaft beraten. Es geht um einen Kredit der bundeseigenen Förderbank KfW in Höhe von 71 Millionen Euro, den der Bund nur freigeben will, wenn die Länder im Notfall dafür geradestehen.

In einer Transfergesellschaft würden die Schlecker-Mitarbeiter bis zu einem Jahr lang einen Großteil ihres Gehalts weiterbekommen und gleichzeitig für Bewerbungen geschult. Doch obwohl Vertreter der 16 Bundesländer am Montag bereits eine grundsätzliche Einigung über die für die Finanzierung der Transfergesellschaft nötige Bürgschaft getroffen hatten, ist nicht sicher, wie stark sich die einzelnen Länder beteiligen und ob überhaupt alle Bundesländer mitziehen.Weder das federführende baden-württembergische Wirtschaftsministerium noch Schlecker wollten sich zu den Erfolgsaussichten äußern.

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) hatte sich vor einigen Tagen aber bereits „vorsichtig optimistisch“ gezeigt. Dagegen wird sich Sachsen-Anhalt vermutlich nicht beteiligen. Eine Transfergesellschaft sei angesichts der über das ganze Land verteilten Schlecker-Filialen nicht zielführend, sagte CDU-Landesfraktionschef André Schröder in Magdeburg.

Auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) äußerte sich nach Angaben seines Sprechers skeptisch. Die Transfergesellschaft diene in erster Linie als Instrument zur Restrukturierung des in Baden-Württemberg ansässigen Unternehmens Schlecker. Es gehe dabei nicht um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eine Sprecherin des hessischen Wirtschaftsministeriums sagte, das Land gehe „ergebnisoffen“ in die Gespräche. Es treffe nicht zu, dass sich Hessen auf eine Ablehnung festgelegt habe. Allerdings hätten bislang weder Baden-Württemberg, noch der Schlecker-Insolvenzverwalter Unterlagen vorgelegt, die „in irgendeiner Form prüffähig gewesen“ seien.